Erfolgreich Fremdgehen
E-3 Magazin März 2007, Seite 70, Infrastruktur
United Planet: Schnittstelle zwischen SAP und Enterprise Portal
Die Deutsche WertpapierService Bank AG integriert Daten aus hauseigenen SAP-Anwendungen in die Portalentwicklungsumgebung Intrexx Xtreme von United Planet. Eine Herausforderung für viele große Unternehmen, das SAP-Back-Office mit einem innovativen Non-SAP-Front-End zu verbinden.
Angefangen hatte alles damit, dass man sich im zentralen Projektbüro mit liegengebliebenen Anträgen auf Papier herumschlagen musste, deren Adressat sich im Urlaub befand. Aufträge, deren Status auch nach längerer Recherche keine Klarheit an den Tag brachte und immer mehr Ordner. Ordner, die Schränke füllten, für die ironischerweise noch jede Menge Platz in Zimmern und Fluren bereitgestellt werden muss. Alles weit entfernt von gewünschter Effizienz. Mit dem Zusammenschluss der Bank für Wertpapierservice und -systeme AG und der WPS WertpapierService Bank AG ist 2003 mit der Deutschen WertpapierService Bank AG, kurz dwpbank, der größte Wertpapierabwickler Deutschlands entstanden. Diese Fusion hatte Signalwirkung als erste übergreifende Kooperation zwischen dem Sparkassensektor und dem genossenschaftlichen Finanzverbund. Für den unabhängigen Dienstleister rund um das Wertpapier-Backoffice zählen ferner Privat- und Geschäftsbanken jeglicher Größe zu den rund 250 Kunden.
Auch in Sachen Informationstechnik geht der junge Abwicklungsriese neue Wege: Internen IT-Service und externen Kundendienst wickelt das Unternehmen höchst erfolgreich mit einer hochintegrierten selbstentwickelten Trouble Ticketing Software auf Open Source-Basis ab. Für seine Portalprojekte hat man sich im Auftrag der Kommunikationsabteilung für die javabasierende Entwicklungsplattform Intrexx Xtreme des deutschen Softwareherstellers United Planet entschieden. Ziel war es, die Kommunikation zwischen den Standorten der Bank zu verbessern und eine zentrale Plattform zu schaffen, auf der die Mitarbeiter rollenbasierend sämtliche Informationen finden. Dem vorausgegangen war eine gründliche Evaluierung der gängigen Systeme. Für Intrexx Xtreme hat sich Michael Rech, Leiter der Abteilung ITTAS, letztendlich entschieden, weil die Software sehr schnelle Projektergebnisse gewährleistet und somit auch sparsam mit Budgets umgeht. „Notwendige Eigenschaften wie Sicherheit, modernste Technologien oder Funktionalitäten waren bei Intrexx ebenso vorhanden wie z. B. bei IBM oder SAP. Ausschlaggebend für mich war die Tatsache, dass wir nur maximal zehn Prozent der sonst üblichen Erstellungszeit für eine Applikation benötigen“, so Rech.
Zu Beginn besuchte ein kleines Team von Mitarbeitern der IT-Abteilung die Akademie des Herstellers United Planet und lernte mit der überwiegend visuell bedienbaren Software Intrexx, webbasierende Applikationen zu entwickeln bzw. zusammenzustellen. Eine angenehme, weil neue Erfahrung, wie sich bald auch für Inga Veit, Produktverantwortliche für Portale in Düsseldorf, herausstellte. Denn mit der Entwicklungsoberfläche, dem sogenannten Portal Manager, lassen sich viele Mitarbeiterwünsche schnell und einfach umsetzen. „Mit ein paar Klicks“, wie mittlerweile gern in der Bank von den Kollegen abgetan wird, „wurden wirklich schnell Applikationen fertig entwickelt, in denen das wachsende Redaktionsteam der Bank Informationen veröffentlicht.“
Die Pilotapplikation und gleichzeitig das Flaggschiff des neuen Intranet-Portals ist PaX, das ist pures Projektmanagement – vom Projektantrag über Statusberichte und Change Requests bis hin zum Projektabschlussbericht. Eine so hochkomplexe Applikation, die selbst Armin Linser, Leiter Consulting vom Hersteller United Planet, verblüffte. Da die Applikation einen sehr hohen Stellenwert in der Bank hat und Neuerungen zügig umgesetzt werden müssen, wurde die künftige Weiterentwicklung zu großen Teilen auf den Freiburger Hersteller übertragen. Im Intranet-Portal werden heute Newsletter, Termine und Publikationen ebenso veröffentlicht, wie Pressescreening, Betriebsratsinformationen und interne Stellenangebote. Viele dieser Applikationen wurden mit Hilfe des Portal Managers zusammengeklickt, manchmal wurde auf den reichlich verfügbaren Applikationspool des Community-Servers von United Planet zurückgegriffen – so im Fall des „Promotion Katalogs“, einer Anwendung, die dem Vertrieb alle verfügbaren Kunden- und Werbegeschenke präsentiert und bestellbar macht. Sie basiert auf der fertigen Vorlage „internes Bestellwesen“. Außerdem wurden einige Lotus Notes-Applikationen webfähig gemacht und ins Intranet-Portal integriert.
Intrexx ist Software, hat also wie jede Software auch Grenzen. Will man beispielsweise Berechnungen in Formulare oder Anwendungen integrieren, ist es erforderlich, JavaScript einzusetzen. In manchen Fällen müssen die Programmiersprachen Velocity, XML und Java hinzugezogen werden. Wird es komplexer, schätzen die Intrexx-Entwickler der dwpbank im Einzelfall ab, ob sie in diesen Fällen selber programmieren möchten oder Hilfe von der Consultingabteilung von United Planet anfordern. Aber nicht nur bei den Entwicklern ist die neue Portaloberfläche beliebt. Auch von den Mitarbeitern kommt sehr viel positives Feedback: „net@work“, so der Name des Intranet-Portals, ist schnell, das Design ansprechend und übersichtlich. Interaktive Applikationen, wie der Marktplatz mit der Möglichkeit, Autos oder Konzerttickets loszuwerden, werden gerne genutzt. „Das sind aber auch wichtige Applikationen, um am Anfang die Akzeptanz im Intranet aufzubauen“, schmunzelt Inga Veit: „Ich stöbere mittlerweile selber gerne drin rum. Und nebenbei lerne ich so auch neue Kollegen besser kennen.“ Eine Herausforderung stellt die Integration der großen Systeme des unabhängigen Dienstleisters dar. Ein typisches Problem großer Unternehmen, dem sich die IT-Abteilung der dwpbank gerne stellt: So werden aus dem SAP-System die gebuchten Aufwände und Kosten (IST-Daten) der Projekte an die Applikation PaX übermittelt. Auf dem anderen Wege laufen Planinformationen über Kosten und Aufwände der Projekte aus PaX in das SAP-System. Die Schnittstelle ist demnach bidirektional aufgebaut. Die Schnittstelle zwischen Portal und SAP wurde auf Basis des Lotus Enterprise Integrators (LEI) realisiert. Dieser stellt die Daten aus SAP durch den Aufruf eines Remote Function Calls (RFC) auf einem SQL-Server zu Verfügung und gibt die Änderungen über Prozeduren wieder an SAP zurück. Damit gibt das Portal einen zentralen Zugriffspunkt auf alle Informationen und ermöglicht es, die Fremddaten aus SAP mit neuen Informationen anzureichern. Die Daten lassen sich so im Portal für vielfältige Auswertungen, die Abwicklung von Prozessen oder für Aktualisierungen verwenden und weiterverarbeiten. Übrigens findet Intrexx Xtreme neben dem Intranet auch zunehmend Einsatz als Extranet.
Quelle: www.unitedplanet.de
United Planet
Der deutsche Softwarehersteller United Planet gehört mit Intrexx Xtreme zu den Marktführern im Segment der privaten mittelständischen Wirtschaft, der öffentlichen Verwaltungen und Organisationen. Mit der branchenneutralen Standardsoftware lassen sich Intranet, Enterprise Portale und Webapplikationen mit modernsten Funktionalitäten extrem schnell und einfach erstellen und betreiben. Ein Portalaufbau mit Intrexx Xtreme ist exakt kalkulierbar und lässt sich aus vorgefertigten Bausteinen zusammenstellen. Mehrere Tausend Unternehmen steuern bereits ihre Geschäftsprozesse über ein Intrexx Portal und profitieren damit von immensen Kostensenkungen. Die javabasierende Software wird komplett auf einer DVD ausgeliefert und läuft sowohl unter Windows, Linux und Sun Solaris. Intrexx-Portale ermöglichen die Integration von Fremddaten aus ERP-Lösungen nahezu beliebiger Hersteller (SAP, Microsoft, Sage etc.); ein Business Adapter übernimmt dabei die Datenmodellierung und das Benutzermanagement des jeweiligen Herstellers. Intrexx und United Planet haben national und international mehr als 15 Prämierungen und Innovationspreise erhalten. Weitere Informationen unter www.intrexx.com
Auf der CeBIT ist United Planet in Halle 4 auf dem SAP-Partner-Stand D12 vertreten.
dwpbank:
Die Deutsche WertpapierService Bank AG (dwpbank) ist mit über 7,6 Mio. betreuten Depots klarer Marktführer im Wertpapierservice. Die erste sektorübergreifend tätige Transaktionsbank, die Mitte 2003 aus einer Fusion heraus gestartet ist, beschäftigt rund 1.350 Mitarbeiter an sieben Standorten. Der Spezialist für Prozess- und Systemdienstleistungen rund um die Wertpapierabwicklung zählt den genossenschaftlichen Finanzverbund, weite Teile der Sparkassen-Finanzgruppe und zahlreiche Institute aus dem Bereich der Privat- und Geschäftsbanken, wie die Dresdner Bank oder die Postbank, zu seinen Mandanten.
Möglichkeiten der Fremddatenintegration von United Planet:
Im- und Export von Daten mit dem Modul BizWalker
Mit dem serienmäßigen Modul „BizWalker“ können Daten des Portals exportiert oder Daten aus Intrexx-fremden Quellen importiert werden. Dabei wird eine Verbindung zu einer weiteren Datenbank hergestellt.
Die Funktion kann entweder manuell gestartet oder automatisch zu definierten Zeitpunkten ausgeführt werden. Der durchschnittliche Aufwand, einen Job zum Import einer Fremddatenquelle einzurichten, dauert ca. zehn Minuten und wird durch einen Assistenten unterstützt. Lesend direkt zugreifen mit dem Modul Fremddatenintegrator Die Integration über das ebenfalls serienmäßig enthaltene Intrexx-Modul ist der mit Abstand schnellste Weg der Datenintegration in Echtzeit in ein Portal. Dies ist der einfachste Weg und für die meisten Anwendungsfälle ausreichend, jedoch kann das Berechtigungswesen des Fremdsystems nicht berücksichtigt werden, da der Zugriff auf Datenbank- und nicht auf Applikationsebene erfolgt.
Intrexx Xtreme Business Adapter
Um z. B. den Zugriff auf die Daten eines ERP-Systems unter Berücksichtigung des Mandanten- und Berechtigungswesen des jeweiligen Herstellers zu gewährleisten, wurden „Intrexx Xtreme API Business Adapter“ entwickelt. Zur Verfügung stehen der „Business Adapter for SAP Business Suite“ sowie der „Business Adapter für SAP Business One“. Der Zugriff auf das SAP-System erfolgt entweder im Nur-Lese-Modus oder er kann alle Funktionen (lesen, schreiben, löschen) umfassen. Der Adapter baut auf den von der SAP empfohlenen Technologien für die Systemintegration auf und lenkt den Zugriff über eine speziell für diesen Zweck implementierte Intrexx Business-Logik auf das entsprechende SAP System um. So wird sichergestellt, dass die strengen Business-Logiken des SAP-Systems eingehalten werden.










