Intelligenter Nachbrenner

E-3 Magazin Juli/August 2006, Seite 26, Szene
Intel, IBM, HP und SAP wollen Business Intelligence beschleunigen
Auf der SAPPHIRE 06 in Orlando, USA, gab SAP die allgemeine Verfügbarkeit des Business Intelligence (BI) Accelerator bekannt, mit dem sich die Analyse wichtiger Geschäftsdaten im Vergleich zu anderen Auswertungswerkzeugen bis zu 200-fach beschleunigen soll. Das Tool ist Teil von BI im NetWeaver und wurde gemeinsam mit Intel entwickelt
Ohne zusätzliche Spezialhardware oder kostspielige Systemanpassungen soll der BI Accelerator die Auswertung von mehreren Terabytes Daten in wenigen Sekunden ermöglichen. Der BI Accelerator kann den traditionellen Konflikt zwischen Abfragegeschwindigkeit und Abfrageflexibilität lösen. Mit dem BI Accelerator stellen SAP und Intel eine Analyse-Engine bereit, die Milliarden aufgezeichneter Transaktionen und Datensätze innerhalb weniger Sekunden durcharbeitet und so neue, hochflexible und prozessorientierte Analyseanwendungen ermöglicht. BI Accelerator wird als vorinstallierte Anwendung auf Blade-Servern von HP und IBM mit 64-Bit Intel-Xeon-Prozessoren angeboten.
Im Oktober 2005 lieferte SAP den BI Accelerator an die ersten 30 ausgewählten Kunden, die die Leistung und die Auswirkung des Tools auf ihre Unternehmensperformance umfassend untersucht haben. Die Kunden berichteten von Antwortzeiten, die 20 bis 200 Mal schneller waren als vor der Implementierung. „Gegenwärtig testen wir eine Pilotinstallation mit dem BI Accelerator und können damit blitzschnell auf Informationen zugreifen und Daten auswerten“, erklärte Suzanne Dubois, Information Director for Financial Control and Accounting bei BP. „BP verarbeitet täglich Abermillionen von Kundentransaktionen in 100 Ländern. Mit dem BI Accelerator können wir durch schnellere Entscheidungen unsere Erträge steigern und Kosten reduzieren.“
Im April 2006 testete das US-amerikanische Marktforschungs- und Beratungsunternehmen WinterCorp, das sich auf Datenmanagement für Großunternehmen spezialisiert hat, den BI Accelerator unter Laborbedingungen auf Abfrageleistung, Skalierbarkeit und Datenbelastung. Die Tester verzeichneten konsistente und schnelle Antwortzeiten auch unter hoch skalierter Abfragenbelastung. Der Testbericht hob außerdem hervor, dass der BI Accelerator einen kostengünstigen und einfachen Ansatz bietet, um starke Leistung ohne Zugeständnisse an die Flexibilität zu erzielen. „Für Unternehmen ist es wettbe-werbsentscheidend, auch ein stark wachsendes Datenvolumen jederzeit zu beherrschen und daraus Informationen für das operative Geschäft zu ziehen“, betont Renee James, Vice President und General Manager der Intel Software and Solutions Group. „Aufbauend auf innovativen Plattform- und Optimierungstechnologien, die den 64-Bit Intel-Xeon-Prozessor mit seiner Leistung und Skalierbarkeit voll ausnutzen, können SAP und Intel ihre Kunden dabei unterstützen, bei ihren Datenanalysen wertvolle Zeit und Ressourcen zu sparen.“
Weitere Kunden, die den BI Accelerator bereits testen konnten, verzeichnen erheblich reduzierte Antwortzeiten, so dass Anwender deutlich effizienter und produktiver arbeiten können. Insbesondere große Unternehmen mit hohen Datenvolumina können ihre bestehende IT-Investitionen mit dem BI Accelerator besser ausschöpfen. Mit dem Werkzeug sind Einsparungen bei der Hardware und weitere mit dem Systembetrieb verbundenen Kosten möglich, die bis zu mehreren Millionen pro Jahr reichen können. Zudem können die erhöhte Produktivität und Prozessflexibilität den jährlichen Umsatz in Millionenhöhe steigern. „Durch den Einsatz des BI Accelerators erhalten Unternehmen maximale Leistungsfähigkeit bei reduzierten Kosten für ihre Business Intelligence-Funktionen“, ergänzt Klaus Kreplin, Executive Vice President SAP NetWeaver bei SAP. „Durch die enge Zusammenarbeit mit den Softwareexperten von Intel konnten wir unsere Ziele für beschleunigte BI umsetzen und bieten Unternehmen nun die Möglichkeit, völlig neue Wege in punkto Verfügbarkeit und Nutzung unternehmenswichtiger Informationen zu gehen.“
Mit der Implementierung von xApp Analytics, modellorientierten, zusammengesetzten Anwendungen (Composite Application) auf Basis von NetWeaver, können Kunden die Leistung des BI Accelerator umfassend nutzen – etwa, um Analyseergebnisse über Bereichs- und Unternehmensgrenzen hinweg direkt in den Geschäftsprozess einfließen zu lassen. Managemententscheidungen können auf Basis von Echtzeitabfragen relevanter Unternehmenskennzahlen getroffen werden, Mitarbeiter erhalten zur richtigen Zeit die richtigen Informationen – etwa zur Vertriebsleistung, der Profitabilität ihrer Vertriebskanäle oder zum Konsumverhalten von Kunden. Zugrunde liegende Daten- oder Verzeichnisstrukturen haben dabei keinen Einfluss auf die Performance der Suchabfragen. Zu den technischen Merkmalen des BI Accelerator gehören eine hauptspeicherbasierte Suchabfrage, die effiziente Nutzung von Ressourcen durch intelligente Datenkomprimierung sowie eine hochgradige Parallelverarbeitung.
HP bringt zeitgleich die nächste Generation seiner Server-Baureihen ProLiant und BladeSystem auf den Markt. Zu den Neulingen gehören auch Modelle, die auf den Xeon-Prozessoren 5100 und 5000 basieren, den neuesten Dual Core-Technologien von Intel. Diese Server unterstützen alle gängigen Betriebssysteme wie Microsoft Windows, Linux oder VMware. Die neuen HP ProLiant- und HP BladeSystem-Lösungen auf Basis des x86-Prozessors erfüllen alle Kundenanforderungen in Bezug auf Leistung, Kühlung und Virtualisierung. Zusätzlich profitieren Unternehmen von reduzierten Betriebskosten und verbesserter Systemleistung.
Die ausgewogene Systemarchitektur erhöht die Leistungsfähigkeit des Dual Core-Prozessors. Gleichzeitig verbessert sie die System-Performance unternehmenskritischer Anwendungen und virtueller Server-Umgebungen. Mit HP ProLiant Servern mit Dual Core-Prozessoren lässt sich die Performance geschäftskritischer Anwendungen wie zum Beispiel Datenbanken, Enterprise Resource Planning (ERP)- und Customer Relationship Management (CRM)-Systeme, Mail- und Messaging-Lösungen, virtueller Maschinen und Terminal Services deutlich verbessern, ohne dass dabei die Systemkosten steigen. In einem aktuellen Benchmark für zweistufige SAP Sales and Distribution (SD)-Systeme (2 Tier) mit zwei Prozessoren, vier Rechenkernen und vier Threads kam der HP ProLiant ML370 G5 mit den neuen Dual Core-Prozessoren auf Platz 1. Der Server erzielte mit 1200 Anwendern eine durchschnittliche Antwortzeit von 1,99 Sekunden und einen SAP Application Performance Standard (SAPS)-Wert von 6000. Zudem verarbeitete er 120.000 Anfragen und 360.000 Dialogschritte pro Stunde. Dabei erreichte die CPU-Auslastung des zentralen Servers 99 Prozent, die durchschnittliche Antwortzeit für Datenbankabfragen (Dialogue/Update) betrug 0,030, respektive 0,009 Sekunden. Im Vergleich zu einem zweistufigen SAP Sales and Distribution (SD)-Benchmark, der mit einem HP ProLiant ML370 G4 mit nur einem Rechenkern durchgeführt wurde, unterstützte der HP ProLiant 603 zusätzliche Anwender – eine Leistungssteigerung um nahezu 101 Prozent.
Weitere Informationen zum BI Accelerator unter: www.SAPIntelAlliance.com

E-3 Magazin: Ausgabe Juli/Augugst 2010









