Juni
2012

SAPs Cloud-Computing-Strategie

Fokus auf Cloud-Lösungen für Mitarbeiter-, Finanz-, Kunden- und Lieferantenprozesse

Die Neuerungen des SAP Cloud-Portfolios betreffen vier Line-of-Business-Lösungen. Die Anwendungen lassen sich nahtlos in die ERP-Software einbinden. SAP setzt auf die Marktexpertise von SuccessFactors und ihres Gründers Lars Dalgaard.

Auf der diesjährigen Sapphire in Orlando präsentierte der vor Kurzem in den SAP-Vorstand gerückte Lars Dalgaard SAPs neue Cloud-Strategie. Der Däne gründete 2001 SuccessFactors, jene Firma, die die SAP im Februar 2012 für 3,4 Milliarden US-Dollar kaufte. Gleich nach der Übernahme haben Teams beider Unternehmen damit begonnen, eine gemeinsame Cloud-Strategie zu entwickeln. SuccessFactors gilt als Cloud-Computing-Pionier und ist führend im Bereich HCM-Lösungen. Die neu gegründete Cloud-Geschäftseinheit mit Dalgaard an der Spitze beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter für die Entwicklung und Bereitstellung von Cloud-Computing-Lösungen und unterstützt mehr als 17 Millionen Anwender. Der Fokus liegt auf vier Lösungsbereichen mit dem Ziel, Kunden bei der Verwaltung betriebskritischer Prozesse und Geschäftsbeziehungen zu unterstützen. SAP plant, ihre mandantenfähigen Lösungen als lose gebündelte Suite im Best-Of-Breed-Ansatz anzubieten. Somit können Kunden Anwendungen je nach Geschäftsanforderungen und eigenem Zeitplan einführen. Das Cloud-Portfolio unterstützt SAP-Kunden in folgenden Bereichen:
▪    Mitarbeiter: SAP bietet ihre branchenführende und weltweit verfügbare Lösung zur Verwaltung von Gehaltsabrechnungen nun cloudbasiert an und integriert sie mit Employee Central, der HR-Lösung von SuccessFactors.
▪    Finanzen: SAP hat die geplante Verfügbarkeit der cloudbasierten Finanzlösung Financials OnDemand verkündet. Diese richtet sich an größere Unternehmen und unterstützt sie dabei, ihre wesentlichen Finanzprozesse sowie Auftragsabwicklungs- und Bezahlvorgänge zu steuern.
▪    Kunden: Für die Lösung Sales OnDemand werden neben den üblichen Cloud-basierten Tools zur Vertriebssteuerung (Sales Force Automation) künftig auch Marketing- und Social-Selling-Funktionen angeboten. Zudem gibt es neue Konfigurationsoptionen und die Möglichkeit, kundenspezifische Anpassungen zu machen.
▪    Lieferanten: SAP wird weiterhin in Lösungen wie Sourcing OnDemand investieren. Diese unterstützt Firmen bei der strategischen Beschaffung sowie dem Lieferanten- und Vertragsmanagement. Die Anbindung an die Business Suite im On-Premise-Betrieb ist geplant sowie die Integration mit SAP-Lösungen für Geschäftsnetzwerke.

Vereint in der Cloud

Bei der Entwicklung von Cloud-Lösungen nutzt SAP laut Dalgaards Präsentation die Expertise in den Bereichen mobile Lösungen, Kollaboration und Analytik, damit Kunden einen deutlichen geschäftlichen Mehrwert erzielen können. Mit einer ansprechenden und intuitiven Bedienoberfläche können Anwender einfach navigieren und effektiver arbeiten. Integrierte Social-Collaboration Tools helfen Beschäftigten, ihre Geschäftsziele rascher im Team zu erreichen. Mit diesen neuen Funktionen, basierend auf HANA, erhalten Nutzer die Informationen, die sie brauchen, um schnelle und angemessene Entscheidungen zu treffen. Dank der Integrationsfähigkeit mit Lösungen aus dem bestehenden SAP-Portfolio im On-Premise-Modell kann neue Funktionalität für Fachbereiche schneller eingeführt werden und bewahrt die bereits existierenden Investitionen. SAP baut aber auch die Social Collaboration-Strategie aus: Analytics-Funktionen, die direkt in der Social Software integriert sind, ermöglichen faktenbasierte Entscheidungsfindung, integrierte Schulungsangebote für Mitarbeiter unterstützen die Lernbereitschaft, und eine iPad-Anwendung erleichtert die Zusammenarbeit mit anderen Beschäftigten jederzeit und überall. Der Social-Software-Experte Sameer Patel wird die Social-Strategie bei SAP künftig vorantreiben. Ziel ist es, neue Funktionen bereitzustellen, um Prozesse zu verbessern und die Leistungsfähigkeit von Unternehmen zu erhöhen. Hierzu soll die SAP-Expertise in Datenmanagement, Softwarelösungen und Geschäftsprozessen mit dem Know-how von SuccessFactors in cloudbasierten Lösungen vereint werden. Das Walldorfer Unternehmen kündigte in Orlando auch die geplante Verfügbarkeit von NetWeaver Cloud als Platform-as-a-Service (PaaS) an. Diese soll auf der Basis von HANA mit Anwendungsentwicklungs- und Laufzeitfunktionalitäten laufen. Zudem bietet SAP eine Vielzahl an Services in den Bereichen Sicherheit, Mobilität und Kollaboration an.

Gemeinsam mehr erreichen

Seit der Übernahme von SuccessFactors weht ein neuer Cloud-Wind in der SAP. Innerhalb von nur sechs Wochen hat SuccessFactors mehrere SAP-Cloud-Lösungen im eigenen Unternehmen implementiert. Sales OnDemand wurde eingeführt, womit SuccessFactors über die weltweit größte Implementierung dieser SAP-Lösung verfügt. Auch hat Dalgaards Unternehmen Sourcing OnDemand für das strategische Beschaffungsmanagement sowie Travel OnDemand für die Verwaltung und Abrechnung von Spesen- und Reisekosten in Betrieb genommen. SAP wird die BizX-Suite von SuccessFactors als neues HCM-System einführen. Die Nutzung der Cloud-Lösung von SuccessFactors wird die HR-Prozesse für Mitarbeiter und Manager von SAP vereinfachen. Zudem hilft sie Führungskräften dabei, ihre Aufgaben besser zu verwalten und in Einklang mit der Unternehmensstrategie zu bringen. Seit April 2012 haben 1300 Erstanwender die Lösung genutzt. SAP wird weiterhin komplett integrierte Suites für die Cloud anbieten: Business ByDesign für mittelständische Unternehmen und für Tochtergesellschaften großer Unternehmen sowie Business One OnDemand, das auf die Bedürfnisse kleinerer Unternehmen zugeschnitten und über zertifizierte SAP-Partner verfügbar ist.

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SAP setzt Maßstäbe in Datenauswertung und -visualisierung

Visual Intelligence ermöglicht schnelle und umfassende Datenauswertung ohne Hilfe der IT Abteilung

Die SAP nutzte die diesjährige Sapphire vom 14. bis 16. Mai auch dazu, die neue Software Visual Intelligence vorzustellen. Damit können Mitarbeiter, Abteilungen und Geschäftsbereiche Informationen anschaulich darstellen, analysieren und für Entscheidungsprozesse nutzen. Eine Desktopversion von BusinessObjects Explorer, Visual Intelligence, wird durch HANA unterstützt. Anwender können damit von bereits getätigten Investitionen in die Unternehmens-IT profitieren, auf existierende Datenbestände zugreifen und ohne spezielle Hilfe eigenständig Berichte erstellen. „Mittlerweile gehört eine ansprechende Darstellung von Daten zum Standard eines BI-Portfolios. Mit Visual Intelligence hat SAP seine Funktionen in diesem Bereich weiter verbessert“, sagte Cindi Howson, Gründerin von BI Scorecard. „Hauptgründe für das entsprechende Wachstum sind die einfache Bedienbarkeit, Schnelligkeit und der Wunsch von Unternehmen, agil reagieren zu können. Außerdem verlangen Anwender nach Möglichkeiten, eigenständig und mit nur minimaler Unterstützung durch die IT-Abteilung zu arbeiten. Bereits die Software SAP BusinessObjects Explorer ist sehr einfach zu bedienen, doch SAP Visual Intelligence bietet noch mehr Flexibilität und weitere Analysefunktionen.“ Erste Kunden setzen die neue Lösung bereits ein. Visual Intelligence greift auf die weltweite Erfahrung der SAP in 24 Branchen und zehn Geschäftsbereichen zurück. Jedes Unternehmen kann mithilfe der Software seinen Anwendern ortsunabhängig Antworten liefern. Basierend auf der Software BusinessObjects nutzt Visual Intelligence außerdem HANA. Anwender können mithilfe ansprechender und interaktiver Visualisierung schnell, einfach und in Echtzeit Antworten auf ihre Fragen erhalten, ohne dass sie dafür vordefinierte Abfragen, Berichte oder Dashboards benötigen. Dabei ermöglicht Visual Intelligence den sofortigen, ortsunabhängigen Zugriff auf unterschiedlichste Daten, einschließlich Tabellenkalkulationen, Daten aus Vertrieb oder Marketing, Finanz- oder geografische Informationen, Kunden-, Dritt- oder andere Geschäftsdaten.www.sap.de

E-3 Mai 2013
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