Prozesse im Mittelstand sind ausbaufähig
Gute Prozesse und gute IT machen Unternehmen wettbewerbsfähiger
Studie: Bei der Performance ihrer Prozesse, dem IT-Unterstützungsgrad und beim Reifegrad innovativer IT-Lösungen schneiden viele mittlere Unternehmen nur durchschnittlich ab.
Auf der CebIT 2012 stellte Techconsult den Gesamtbericht der Langzeiterhebung „Business Performance Index Mittelstand D/A/CH“ (BPI) vor. Der Index setzt sich aus zwei Werten zusammen, die in rund 1000 mittelständischen Unternehmen in Form von computergestützten Telefoninterviews mit Geschäftsführern, Controllingverantwortlichen und Finanzleiter für die wichtigsten Prozesse abgefragt wurden: Prozessrelevanz und Zufriedenheit mit der Prozessausführung. Aufgetragen auf einer Skala von 0 bis 100 erreichen die Mittelständler in den untersuchten Branchen Dienstleistung, Fertigung und Handel durchschnittlich einen BPI von 67 Punkten. Damit liegt der BPI Mittelstand 2011 D/A/CH auf einem „ausbaufähigen“ Gesamtniveau.
Fertigungsindustrie mit höchstem BPI
Mit 430 teilnehmenden Unternehmen erreicht die Fertigungsindustrie 2011 einen BPI-Wert von 71/100. Die Fertigung liegt somit teils deutlich vor der Dienstleistung und dem Handel. Der Dienstleistungssektor – repräsentiert durch 300 Unternehmen – erreicht einen BPI-Wert von 68 von 100 Punkten und landet auf dem zweiten Platz. Die 350 befragten Unternehmen im Handel erreichen dagegen nur 64/100 Punkte im BPI-Ranking. Der Index „IT-Unterstützungsgrad“ wird, wie die BPIs in den Prozessbereichen, für jede Aufgabe/Tätigkeit im Unternehmen ermittelt und errechnet. Aggregiert ergeben diese den IT-Unterstützungsgrad im jeweiligen Unternehmensbereich und auf der Gesamtebene. In diesem Leistungsbereich erreichen mittelständische Unternehmen einen Indexwert von 64/100. Differenziert nach den untersuchten Branchen ergibt sich hier folgendes Bild: Dienstleistung 64/100, Fertigung: 67/100 und Handel 61/100. Der Index „Reifegrad innovativer IT-Lösungen“ beschreibt die Relevanz und Umsetzungszufriedenheit mit neuartigen IT-Anwendungen in mittelständischen Unternehmen. Hier sinkt die durchschnittliche Punktzahl der befragten Firmen auf 59/100 ab.
Keine ausgeprägte Prozessorientierung im Mittelstand
Diese eher durchschnittlichen Werte spiegeln sich auch im Unternehmens- oder genauer im Prozesserfolg wider. Hier wird erhoben, wie stark die einzelnen Prozesse zum Unternehmenserfolg beitragen. Die Werte werden daraufhin aggregiert und zum Indexwert „Unternehmenserfolg“ zusammengefasst. Er liegt bei 67/100 Punkten. Peter Burghardt, Managing Director des Analystenhauses Techconsult, kommentiert das nur durchschnittliche Abschneiden der Unternehmen in den Leistungsmerkmalen: „Prozessorientierung und daher auch die Leistungsfähigkeit in den Prozessen sind im Mittelstand noch nicht so ausgeprägt wie in Großunternehmen. Das legen auch die Unterschiede zwischen kleineren und größeren Unternehmen nahe. Größere Mittelständler schneiden in allen Merkmalen teilweise deutlich besser ab.“
Mehr Umsatz pro Mitarbeiter
Die Unterschiede zwischen durchschnittlich abschneidenden Unternehmen und den Top-Performern lassen erkennen, wie sich erhöhte Prozessqualität, IT-Unterstützungsgrad und Reifegrad innovativer IT-Lösungen positiv auf Unternehmenserfolg und Umsatz auswirken. Die TOP 10 des D/A/CH-Mittelstands liegen in Sachen BPI 25 Punkte und somit ein ganzes „Leistungsviertel“ vor dem Rest. Die Betrachtung der parallel dazu gemessenen Performance-Indikatoren offenbart ein ähnliches Bild, sie liegen zwischen 32 und 35 Prozent über dem Durchschnitt. Diese deutlich besseren Werte beeinflussen offensichtlich auch die gesamte Leistungsfähigkeit der Unternehmen: Der Umsatz pro Mitarbeiter liegt bei den Top-10-Unternehmen 41 Prozent über dem des Durchschnitts. „Damit sehe ich es als erwiesen an, dass gute Prozesse und eine gute IT Unternehmen wettbewerbsfähiger machen“, resümiert Burghardt.
Unternehmen können den BPI auch als Benchmark-Werkzeug nutzen. Ein entsprechender Fragebogen steht unter www.business-performance-index.de bereit. Im Gegenzug erhalten sie eine individuelle Auswertung, die zeigt, wo sie im Vergleich zu ihrem unmittelbaren Wettbewerb (Branche, Subbranche, Größenklasse) stehen. So können sie ihre eigenen Stärken und Schwächen analysieren. Ermöglicht wurde die gesamte Langzeiterhebung durch die Unterstützung der Softwarehäuser SAP, Itelligence, Info AG, TDS, Fujitsu und Cormeta.









