Hausmitteilung: Ein großer Schritt nach vorn
Ich war am 14. September dieses Jahres in Winterthur (Schweiz) bei der Interessengemeinschaft SAP CH (IG SAP CH) – besser bekannt als die Schweizer Rebellen aus dem Jahr 2008, die SAP Schweiz vor die Wettbewerbskommission (www.weko.admin.ch) brachten, weil die Erhöhung der SAP-Pflegegebühr auf 22 Prozent nicht ganz lupenrein war. Mittlerweile ist aus den Rebellen eine sehr erfolgreiche SAP-Interessengruppe geworden, die zahlreiche Themen aus der SAP-Community thematisiert. Besonders hervorzuheben ist die „bunte“ Zusammensetzung dieser Anwendergruppe: CIO, CCC, CFO etc.
IG SAP CH kann als repräsentativ für die deutschsprachige Schweizer SAP-Szene angesehen werden und Initiator Peter Hartmann hat allen Grund stolz zu sein – es ist ihm zu gratulieren! Ein großer Erfolg für Peter Hartmann ist die Zusage der Schweizer SAP-Geschäftsleitung, zukünftig bei jeder Tagung für Fragen und Antworten zur Verfügung zu stehen. Mitte September kamen Stefan Höchbauer, Stephan Sieber und Christoph Dangel nach Winterthur. Ein großer Schritt nach vorn, ein kleiner zurück: Naturgemäß war es den drei SAP-Managern erlaubt, auch meinen Vortrag zu hören. Ich hoffe, dass sie über meine SAP-Anekdoten, -Witze und -Spekulationen zumindest ein wenig schmunzeln konnten. Ich habe absichtlich meinen Vortrag über die Realtime-Fähigkeit von ECC 6.0, den Mehrwert von HANA etc. ein wenig provokant angelegt, damit sich anschließend eine spannende Diskussion ergibt – von dieser war ich aber ausgeschlossen! Obwohl ich während der gesamten Sitzung anwesend war, selbst dort einen Vortrag hielt, bestand die Schweizer SAP-Geschäftsleitung auf meinen Ausschluss von der nachfolgenden Diskussion. Keine Katastrophe, aber ein kleiner Schritt zurück. Ein Teilnehmer fragte mich verschreckt: „Vor was fürchtet sich SAP?“ Naturgemäß wurden mir von den Teilnehmern während des anschließenden Apéro alle Details präzise nacherzählt. Das Thema war offensichtlich: Das Währungsverhältnis von Schweizer Franken und Euro. Darunter leidet die Schweizer SAP-Community! Und ein Gedanke erscheint hierbei besonders reizvoll: SAP-Lizenzeinkauf im Ausland und/oder vor Ort bei den Auslandstöchtern. Darf man das? Ist es erlaubt und möglich, in Brasilien, Schweden oder Österreich einzukaufen? Viele Jahre versuchte SAP dieses Lizenz-Shopping zu unterbinden, bis die EU-Kommission den Walldorfern die Rute ins Fenster stellte, denn schon einmal haben die obersten Wettbewerbshüter in ähnlicher Situation gegen die großen Konzerne entschieden.
Quelle DIE ZEIT, Jahr 2001, Nr. 52: „Dann wird es teuer, etwa für DaimlerChrysler: Im Oktober brummte die Brüsseler Kommission der Stuttgarter Nobelmarke eine Geldbuße von 71,8 Millionen Euro auf – wegen unzulässiger Preistricks im EU-Binnenmarkt und der Behinderung billiger Reimporte. Europas Regeln gewähren nämlich jedem EU-Bürger das Recht, sein Auto dort zu kaufen, wo es ihm lieb (und weniger teuer) ist. Weil aber ein Mercedes-Coupé, ein VW Golf oder Opel Astra im Ausland (vor Steuern) oft einige Tausend Euro weniger kostet, weichen Briten und Deutsche gern nach Holland oder Dänemark aus. Das verdirbt den Herstellern die Gewinne, weshalb sie mitunter ihre Händler klammheimlich anhalten, nur ortsansässige Käufer zu bedienen.“
(pmf)









