September
2010

Denkbare Alternative

All for One: SAP-eigene Datenbank MaxDB bei mittelständischen Unternehmen im Praxiseinsatz

Insbesondere im Mittelstand gewinnt die Datenbank MaxDB stetig Terrain. Keine andere Datenbank kann mit geringeren Kosten aufwarten. Aber auch aus anderen Gründen ist sie für SAP-Kunden eine dankbare Alternative, wie Beispiele aus der Praxis zeigen.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Ohne ein Datenbankmanagement-System (DBMS) sitzen die SAP-Lösungen sozusagen auf dem Trockenen; können ihre Dienste nicht wirkungsvoll verrichten. Dabei hat vor allem im Mittelstand in den letzten Jahren die SAP-eigene Datenbank MaxDB eine Renaissance erlebt (siehe E-3 Ausgabe Juli/August, S. 88/89). Zwar steht für kein Unternehmen – egal, ob groß oder klein – die Frage nach der Datenbank an absolut vorderster Stelle, sondern eben der Einsatz der Businessanwendungen mit den entsprechend anvisierten Vorteilen. Allerdings rücken früher oder später immer auch Fragen ins Rampenlicht, die die Datenbank betreffen: Für welche Datenbank entscheiden wir uns in Verbindung mit dem SAP-Einsatz? Für die Oracle Database, für die IBM DB2, für den Microsoft SQL Server oder für die MaxDB von SAP? Und vor allem: Welche Kriterien sind dabei für die spezifischen Belange tatsächlich von herausragender Bedeutung und welche eher nicht? Großanwender beispielsweise, deren Datenbankgrößen fünf, zehn oder noch mehr TB betragen, deren Datenbank mehrere sehr große Datenbanktabellen aufweisen oder mit immens großen BI-Datenbankvolumen zurechtkommen müssen, haben hinsichtlich des eingesetzten DBMS nun einmal etwas andere Erfordernisse als ein mittelständisches Unternehmen. Vor allem auf diese Zielgruppe hin ist der MaxDB-Einsatz bedarfsgerecht zugeschnitten. Was das genauer heißt, sollen zwei Beispiele aus der Praxis verdeutlichen.

DB-Wechsel am Wochenende

Zum einen bei der international tätigen Lumberg Holding mit Stammsitz in Schalksmühle, Nordrhein-Westfalen. Der Mittelständler mit rund 1000 Beschäftigten bedient als Spezialist in den Bereichen elektromechanische Bauelemente und elektronische Komponenten mit seinen Produkten (Steckverbinder, Antennen, mechatronische Baugruppen) Unternehmen der Hausgerätetechnik, der Gebäudetechnik, der Photovoltaik oder der Kommunikationstechnik. Wie eine ganze Reihe von mittelständischen Firmen blickt mittlerweile auch Lumberg auf eine gewisse wechselvolle SAP-Historie zurück, inklusive Schwenk in Richtung MaxDB. Begonnen hatte Lumberg den SAP-Einsatz vor über zehn Jahren mit R/3 auf Siemens-Fujitsu-Primergy-Servern mit dem Betriebssystem Solaris und der Datenbank von Informix. Einige Zeit später wechselte man die Betriebssystemplattform, migrierte auf Linux. Vor rund vier Jahren war das Unternehmen angehalten, datenbankseitig die Pferde zu wechseln. „Die damalige Ankündigung von SAP, künftig die Informix-Datenbank nicht mehr zu unterstützen,  zwang uns zum Handeln. Da wir uns seinerzeit auch dafür entschieden, den R/3-Nachfolger SAP ERP zu nutzen, wollten wir beides sozusagen in einem Rutsch realisieren“, berichtet  Lumberg-IT-Leiter Christoph Morgenschweis. Doch warum votierte Lumberg gerade für die SAP-Datenbank MaxDB? Und: Welche Erfahrungen hat man damit gemacht? Natürlich bezog das Unternehmen mehrere Kandidaten in die Auswahl mit ein, wobei Lumberg bei diesem Prozess von den beiden IT-Dienstleistern SBS und All for One Midmarket unterstützt wurde. Sie bieten Services für alle eingangs genannten SAP-Datenbanken. Bei Lumberg befand sich neben der MaxDB noch IBMs DB2 und auch Oracle in Evaluierung. Wie Morgenschweis erläutert, „blieben in der Endauswahl die SAP-Datenbank und DB2 übrig, bei der dann MaxDB das Rennen machte. Und zwar insbesondere der Kosten wegen. Der Datenbankwechsel erfolgte ohne jegliche Probleme an einem Wochenende“. Heute ist bei Lumberg mit seinen rund 300 SAP-Usern zusammen mit ERP 6.0 und Enterprise Portal die MaxDB-Version 7.706 im Einsatz. Und das Datenbankvolumen ist seit der erstmaligen Verwendung von 300 auf nunmehr knapp 600 GB angewachsen. Als Betriebssystem kommt Suse Linux Enterprise Server 10 SP1 und SLES11 zum Zug. Alles in allem ist man bei dem Mittelständler mit der Datenbank vom Walldorfer Softwarekonzern zufrieden. „Die Performance ist stimmig und SAP-Probleme, die sich möglicherweise auf die Datenbank zurückzuführen lassen, gab es schlichtweg bislang nicht“, berichtet Mark Rittinghaus vom Lumberg-IT-Team. Er ist unter anderem für die Datenbankadministration zuständig und vertritt die Auffassung, „dass aus Administrationssicht die MaxDB einfach genial ist, weil sich alles sehr unkompliziert, aber wirkungsvoll handhaben lässt. Auch wegen der benutzerfreundlichen Administrationswerkzeuge, die es zusammen mit der Datenbank gibt“.

Anlegen von Indizes

Gleichwohl verhehlt man beim international tätigen Mittelständler nicht, dass in der ersten Zeit der MaxDB-Nutzung ein Punkt vorübergehend leichte Kopfschmerzen verursachte, die sich in die Kategorie „Umstellungsschwierigkeiten“ einordnen lassen. Konkret ging es um das Anlegen von Indizes. Solche hatte die Informix-Datenbank automatisch generiert. Zudem hatte sie in diesem Zusammenhang ohne Zutun für optimierte Datenbankzugriffe gesorgt. Mit der MaxDB war (und ist) man angehalten, Indizes quasi manuell anzulegen und deren reibungsloses Funktionieren zu überprüfen. Als problematisch oder gar erfolgskritisch wird dieser Punkt bei Lumberg jedoch nicht gesehen. „Da uns dieser Umstand von Anfang an bekannt war, beziehungsweise unsere IT-Dienstleister darauf aufmerksam machten, konnten wir uns auf diesen Umstand einstellen“, sagen Morgenschweis und Rittinghaus praktisch gleichlautend, und fügen hinzu: „Man darf sich als Anwender nichts vormachen: Keine Datenbank ist sozusagen ein Selbstläufer. Und jedes DBMS tickt halt hier und da ein wenig anders.“ Dass die SAP-eigene Datenbank insgesamt einen guten Job macht, daran zweifelt man beim Mittelständler aus Schalksmühle überhaupt nicht. Für das Unternehmen steht aber wie bereits erwähnt Folgendes ganz klar im Vordergrund: dass sich „damit die SAP-Betriebskosten im Zaum halten lassen“.   
      
Bedingung: Keine Einbußen

Bei einem anderen Praxiseinsatz, bei Dockweiler aus Neustadt-Glewe (Mecklenburg-Vorpommern), stand bei der Auswahl einer geeigneten Datenbank für den SAP-Einsatz der Aspekt Kosten ebenfalls im Vordergrund. Hinzu kam noch eine andere Anforderung, nämlich, dass die Performance gewissen Standards entspricht. Mit anderen Worten: Die gewählte Datenbank durfte keinerlei negative Einflüsse auf den eigentlichen SAP-Einsatz haben. Wie Dockweiler-IT-Leiter Martin Bohatsch erklärt, „gab es im Vorfeld der SAP-Implementierung Hinweise, wonach performanceseitig die MaxDB anderen Datenbanken ein wenig hinterherhinke. Damit konfrontierten wir den gewählten SAP-Partner All for One, der jedoch unsere Skepsis gegenüber der MaxDB nachvollziehbar ausräumen konnte. Und in der Tat – nach dem nunmehr knapp zwölfmonatigem Produktivbetrieb der SAP-Branchenlösung All for Metal in Verbindung mit der MaxDB, können wir sagen: die Performance ist stimmig“. Bei Dockweiler handelt es sich um einen europaweit führenden Hersteller von Edelstahlrohrsystemen sowie Betreiber von Europas größtem Polierwerk. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 350 Mitarbeiter und setzt das SAP-Komplettsystem All for Metal anstelle einer in die Jahre gekommenen Speziallösung seit dem letzten Jahr ein, wobei die SAP-Systemlandschaft bei All for One gehostet wird. Wie Dockweiler-IT-Leiter Bohatsch sagt, „sind wir froh, dass wir uns für die MaxDB als SAP-Datenbank entschieden haben. Sie macht ihre Sache prima und wir sehen keinerlei Anlass, an dieser Komponente der SAP-IT-Infrastruktur Veränderungen vorzunehmen. Tatsache ist, dass sich die SAP-Antwortzeiten stets unter einer Sekunde bewegen. Und das entspricht unseren Anforderungen“.  

Dabei wird die Datenbank in vielerlei Hinsicht ziemlich gestresst. Beispielsweise bei den für das Unternehmen wichtigen Materialplanungsläufen oder im Rahmen der Chargenverwaltung, bei der das System lückenlose Zeugnisse zu Chargen zu generieren hat und die unterschiedlichsten Datenbankzugriffe in kürzester Zeit bewältigen muss. Nebenbei bemerkt: Bei Dockweiler gibt es eine umfangreiche Material-Klassifizierung auf Chargenebene mit rund 20.000 Materialstämmen. Laut Bohatsch „hat uns die MaxDB noch nie im Stich gelassen“. Was ihn jedoch ein wenig überrascht: Das Datenbankvolumen habe schneller zugelegt, als ursprünglich angenommen, von 120 GB im letzten Oktober auf nunmehr 200 GB. Man wisse aber, dass dafür nicht die Datenbank verantwortlich gemacht werden könne, sondern die SAP-Anwendungen beziehungsweise die intensive Nutzung des SAP-Systems, wie er hinzufügt. Wie bei Lumberg wird bei Dockweiler auf die geringen Kosten der MaxDB im Vergleich zu den anderen Datenbanken im SAP-Umfeld verwiesen, und es wird betont: „Uns kommt dieser Vorteil selbstverständlich entgegen.“

www.all-for-one.com

E-3 Juni 2013
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