Alles Portal oder WAS?
E-3 Magazin Mai 2006, Seite 12, Standart
Die Tage des SAP-GUI als alleinigen Regenten der Oberflächensteuerung neigen sich zwar dem Ende zu; ihr Aus ist jedoch nicht in Sicht. Denn in Zukunft werden im SAP-Kontext verschiedene Benutzerführungen für unterschiedliche Nutzerkreise und -bedürfnisse bereitgestellt werden. Dies eröffnet dem Anwender die Chance, in feiner Abstimmung mit dem eigenen IT-Masterplan neuen Java-Skill für portal-getragene Anwendungen aufzubauen.
Fraglos strebt die SAP an, das traditionelle SAP GUI mit Hilfe der Portal-Technik durch Browser-basierende Zugänge abzulösen. Die jüngsten Ankündigungen der SAP zu Nutzeroberflächen und dem dahinter liegenden Programmiermodell belegen die zunehmende Adaption des Potenzials der Internet-/Web-Techniken. Mittlerweile ist auch der manchmal enge Anzug der infrastrukturellen Beschränkungen und Restriktionen bisheriger Integrationstechniken abgelegt.
Ungeachtet der unstrittigen Vorteile bezüglich der Vereinheitlichung des Zugangs (uniformes Look & Feel), der Informationsbündelung und des Angebots an Kollaborationsfunktionen zahlt es sich aus, zu prüfen, ob und wann sich der Umstieg lohnt.
Zuvorderst gilt zu beachten, dass mit der Portal-Technologie und dem WebAS 6.40 zugleich das Programmiermodell Web Dynpro eingeführt wird. Trotz der Namensgleichheit ist es nur marginal mit dem bisherigen SAP-GUI-Programmiermodell vergleichbar.
Denn Web Dynpro trennt im Vergleich zu seinem Vorläufer konsequent Darstellung und Businesslogik und ist im Unterschied zur bisherigen SAP-Politik auch nicht nur als Erweiterung des ABAP-Stacks ausgelegt, sondern folgt dem Konzept des Java-basierenden Web Application-Servers (SAP WebAS). Eine Transformation der traditionellen Dynpros aus der R/3-Vergangenheit in Web Dynpros eines mySAP ERP, so nachvollziehbar der Wunsch ist, macht aufgrund dieses grundsätzlich unterschiedlichen Aufbaus absolut keinen Sinn.
In der Konsequenz bedeutet dies für Unternehmen mit aufwändig angepassten Benutzeroberflächen auf SAP GUI/Dynpro-Basis oder unter Einsatz eher exotischer älterer Techniken wie ITS, Web GUI oder HTML Business for Java-Stack, dass der aktuelle Stand eingefroren werden sollte und mit Blick auf die neuen Möglichkeiten und Funktionen der UI-Gestaltung von SAP ein Migrationsplan zu entwerfen ist. Insbesondere Anwender von SAP-zentrischen Umgebungen sind gut beraten, sukzessive das NetWeaver Portal, Java und WebDynpro for Java oder ABAP als Standard in ihrem Unternehmen zu etablieren.
Der Kreis von Gelegenheitsnutzern und weniger versierten Fachanwender wird den grundsätzlich einfacheren Umgang begrüßen. Vorausgesetzt man spielt gekonnt auf der Klaviatur des Rollen-bezugs und der Individualisierung und stellt allein die benötigten Informationen und Funktionen bereit. Für Gelegenheits-nutzer zeichnet sich mit dem gemeinsamen Microsoft-SAP-Produkt Mendocino eine weitere Alternative ab, einfache Self-Services im SAP-Anwendungskontext aus der Office-Umgebung heraus zu nutzen.
Für den klassischen SAP-Power-User bleibt jedoch sein SAP GUI das Maß aller Dinge. Bei ihm geht es um die mächtigen internen Dialogfunktionen, den Zugriff auf beliebige Objekttypen und komplexe Selektionskriterien der ABAP-Programme – also um das Monitoring in der Administration, ein Customizing durch den Berater und/oder technisch affine Fachleute aus den betriebswirtschaftlichen Bereichen.
Und dabei ist es sekundär, ob das SAP GUI Huckepack via NetWeaver Portal geliefert wird oder in einem eigenen Fenster zur Verfügung steht. Es muss in jedem Fall lokal installiert sein.
Der Kreis von Gelegenheitsnutzern und weniger versierten Fachanwender wird den grundsätzlich einfacheren Umgang begrüßen. Vorausgesetzt man spielt gekonnt auf der Klaviatur des Rollen-bezugs und der Individualisierung und stellt allein die benötigten Informationen und Funktionen bereit. Für Gelegenheits-nutzer zeichnet sich mit dem gemeinsamen Microsoft-SAP-Produkt Mendocino eine weitere Alternative ab, einfache Self-Services im SAP-Anwendungskontext aus der Office-Umgebung heraus zu nutzen.
Für den klassischen SAP-Power-User bleibt jedoch sein SAP GUI das Maß aller Dinge. Bei ihm geht es um die mächtigen internen Dialogfunktionen, den Zugriff auf beliebige Objekttypen und komplexe Selektionskriterien der ABAP-Programme – also um das Monitoring in der Administration, ein Customizing durch den Berater und/oder technisch affine Fachleute aus den betriebswirtschaftlichen Bereichen.
Und dabei ist es sekundär, ob das SAP GUI Huckepack via NetWeaver Portal geliefert wird oder in einem eigenen Fenster zur Verfügung steht. Es muss in jedem Fall lokal installiert sein.
Quelle:LYNX Consulting AG









