Reporting-Werkzeuge auf dem Prüfstand
T-Systems testet SAP BI/BO-Komponenten
Mit BusinessObjects erweitert SAP das Produktportfolio im Bereich Business Intelligence. T-Systems hat drei SAP BI/BO-Komponenten in einer Demo-Landschaft unter die Lupe genommen und kann Unternehmen bei der richtigen Entscheidung helfen.
Projektleiter Ali Yüksel begründet die Testreihe von T-Systems damit: „Viele Kunden sind derzeit unsicher, welche SAP-Analysewerkzeuge für sie geeignet sind, zumal SAP BI/BO noch nicht lange auf dem Markt ist. Gerade im Reporting-Bereich kann eine falsche Entscheidung zu hohen Fehlinvestitionen führen.“ SAP BI/BO ergänzt die Reporting-Möglichkeiten von NetWeaver Business Intelligence, vielen Anwendern noch als Business Information Warehouse (SAP BW) bekannt. Die neuen strategischen Anwendungen unterstützen Datenanalysen und ermöglichen schnelle Ad-hoc-Berichte, Analysen und Dashboards. Die Unternehmen erhalten Informationen über ihre aktuelle Lage und die Auswirkungen von Entscheidungen. Um die Kunden fundiert beraten zu können, testete T-Systems BusinessObjects Enterprise XI 3.1 und Business Information Warehouse 7.01 (Enhancement Package, EHP 1) in einem Demo-System. Dieses wurde in einem Dynamic-Computing-Umfeld in der T-Systems-Niederlassung in Leinfelden betrieben und diente als Plattform für die neuen SAP BI/BO-Lösungen. Dazu arbeitete das Projektteam von T-Systems eng mit Studenten der Hochschule Reutlingen zusammen. Ziel war es, die eigenen SAP-Kompetenzen mit den innovativen Ideen von Masterstudenten zu verbinden. Schauplatz des Geschehens war der fiktive Automobilzulieferer „Sensortec“. Hier wurden multidimensionale Datenauswertungen über Standortgrenzen hinweg und „Was wäre, wenn“-Analysen („What if“) mit Visualisierungen durchgeführt, um künftige Geschäftsszenarien zu beleuchten. Auf dem Prüfstand standen die drei SAP BI/BO-Komponenten BusinessObjects Xcelsius, Crystal Reports und Web Intelligence.
BusinessObjects Xcelsius
Mit Xcelsius stellt SAP ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem die Anwender für ihre Kennzahlen die passende Visualisierung wählen können, und zwar in Form von Dashboards und grafischen, interaktiven Präsentationen. Mitarbeiter sollen damit die Möglichkeit erhalten, komplexe Geschäftsdaten übersichtlich zu präsentieren. Darüber hinaus können interaktive „What if“-Analysen durchgeführt werden, um die Folgen verschiedener Entscheidungsalternativen zu untersuchen. Wie der Einsatz bei „Sensortec“ zeigte, liefert Xcelsius hochwertige interaktive Flash-Animationen. Schwerpunkt der Tests, so Projektleiter Yüksel, waren „What if“-Szenarien mit hochaggregierten Daten und mehreren Abfragen. Mit Hilfe von Queries sind direkte Zugriffe auf die SAP-BW-Daten, die so genannten InfoCubes/Data Store Objects, möglich. Ohne Probleme können auch die Daten aus den InfoCubes neu geladen werden. Darüber hinaus ist es möglich, BusinessObjects-Live-Office-Dokumente in ein Xcelsius-Dokument zu integrieren. Bei Bedarf können Xcelsius-Dashboards auch per Mail versandt werden, da die Interaktivität ebenso wie die Regenerierung und Aktualisierung von Daten auch nach dem Export ins PDF- oder Powerpoint-Format erhalten bleibt. „Xcelsius hat uns im Dashboarding-Umfeld überzeugt“, fasst Ali Yüksel die Testergebnisse zusammen. Allerdings sei für die neueren Xcelsius-Versionen eine Funktion zur Datenspeicherung nach SAP BW wünschenswert. T-Systems startet gerade ein Projekt, um ein Add-on für Xcelsius zu entwickeln, das solche „Write Back“-Aktionen möglich macht. Dies bietet den Vorteil, dass zusammen mit dem Unternehmensmanagement vorab verschiedene Szenarien für strategische und operative Planungsworkshops vorbereitet und zentral in SAP BW abgelegt werden können. Damit können die in Xcelsius erfassten Daten mit anderen SAP-Reporting-Werkzeugen, etwa Web Intelligence, ausgewertet werden. Ein weiteres Resultat der Tests war, dass Xcelsius für den direkten Zugriff auf SAP-BW-Queries „EHP1 und Servicepackage Level 5“ voraussetzt.
Crystal Reports
Crystal Reports dient zur Erstellung von Standardberichten, mit denen die Mitarbeiter zum Beispiel über aktuelle Verkaufszahlen informiert werden. Das Werkzeug ruft die betreffenden Informationen aus Datenbanken und Textdateien ab, verarbeitet diese und stellt sie in Form von Grafiken und Tabellen dar. Dabei können berichtsinterne Sortierungen und Filter angewendet werden. Bei den Tests musste das Projektteam allerdings seine Erwartungen an Crystal Reports nach kurzer Zeit ein wenig reduzieren. „Viel Aufwand erforderte vor allem die Konfiguration zur Verarbeitung von Parametern/Wertehilfen und Selektionen, die sich auf SAP-BW-Daten beziehen“, so Ali Yüksel. Dies lag primär daran, dass der Publizierungsdienst auf beiden Plattformen, also BusinessObjects Enterprise (BOE) und Business Information Warehouse, konfiguriert werden musste. Etwas mehr Komfort hätte sich das Projektteam auch bei Design und Bedienbarkeit der Standardoberfläche gewünscht, wenn es um Aufrufe über das BusinessObjects InfoView ging. Allerdings sind navigationsarme, fertig formatierte Standardberichte mit Crystal Reports sehr einfach zu erstellen. Das Werkzeug bietet vor allem hervorragende Exportfunktionen zu gängigen Formaten, zum Beispiel MS Word, Excel oder PDF. Darüber hinaus stellt die Programmiersprache von Crystal Reports eine breite Palette an Möglichkeiten für komplexe Anwendungen zur Verfügung, die in dieser Form mit Standardwerkzeugen nicht umgesetzt werden können. Überzeugt hat das Projektteam auch das Zusammenspiel der einzelnen BusinessObjects-Produkte: So können Xcelsius-Dashboards in Berichte integriert werden, die mit Crystal Reports erstellt wurden.
Web Intelligence
Mit Web Intelligence können Anwender in einem definierten Datenbereich eigene Datenanalysen vornehmen und formatieren. Bei den Tests überzeugte Web Intelligence das Projektteam durch die große Benutzerfreundlichkeit. Das Werkzeug stellt Visualisierungsmöglichkeiten zur Verfügung und hat den Vorteil, dass auch komplexe SAP-BW-Hierarchien integriert werden können. In der Standardfunktion fehlt allerdings die vom BEx-Analyzer gewohnte Hierarchiedarstellung, die auf einer Baumstruktur mit Aufklappfunktion beruht. Für detaillierte Berichte mit sehr komplexen Visualisierungs- und Formatierungsanforderungen verwendete das Projektteam den BEx-Analyzer und Web Application Designer. In Zukunft soll dafür jedoch das neue BusinessObjects Werkzeug „Advanced Analytics Office 1.0“ im Einsatz sein. Bei den Tests genügte ein Single-Sign-On, um die Integration von BOE 3.1 und NetWeaver zu analysieren und umzusetzen. Die Anwender können sowohl die BW-Reports als auch die BO-Reports über das Portal ohne zusätzlichen Login aufrufen. Die Kernfunktionen von BusinessObjects Reports, wie Exponate in andere Datenformate, bietet auch das NetWeaver-Portal an. Wie die Tests bei „Sensortec“ weiter zeigten, können die BusinessObjects-Reporting-Werkzeuge über entsprechende Client-Tools ohne BusinessObjects Enterprise aufgerufen werden. Hingegen ist diese Plattform für die zentrale Verwaltung und den zentralen Zugriff auf die BusinessObjects-Berichte mit einem Single-Sign-On erforderlich. Dienste, Berechtigungen, Ordnerstrukturen und Systemeinstellungen werden online im Web mit CMC (Central Management Console) verwaltet. Hier wird auch die Single-Sign-On-Konfiguration durchgeführt. Die Funktionen sind laut Projektleiter Yüksel sehr übersichtlich und vom Administrator einfach zu bedienen. Als globaler SAP-Servicepartner ist es das Ziel von T-Systems, die SAP BI/BO-Kompetenzen konsequent auszubauen, um die Kunden umfassend bei ihrer BI-Produktstrategie unterstützen zu können. Daher wird im nächsten Schritt das neue BusinessObjects-Werkzeug „Advanced Analytics Office 1.0“ unter die Lupe genommen. Über die Ergebnisse und die Vorteile dieses neuen Business-Objects-Werkzeugs werden die Kunden im SAP-Business-Intelligence-Labor von T-Systems im Rahmen von Workshops informiert. Darüber hinaus testet T-Systems in diesem Labor Werkzeuge im Bereich BusinessObjects Global Risk and Compliance (GRC), Business Planning and Consolidation sowie weiterer BO-Schwerpunkte. Ziel ist es, die Erfahrungen im Zusammenspiel der einzelnen BO-Produkte zu erweitern. Bei den Kunden stößt das SAP BI-Labor auf große Resonanz, denn es hilft ihnen, ihre geplanten SAP BI/BO-Projekte auf Machbarkeit zu überprüfen. Der übliche Aufwand für die Hard- und Software-Beschaffung und für die Konfiguration entfällt.
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