Dezember
2009

BI-Masterplan

Im Bereich Business Intelligence geht HP mit einem einzigartigen Plan auf die SAP-Bestandskunden zu:

Business Intelligence (BI) steht heute vor zwei großen Herausforderungen: die ganzheitliche Verankerung von BI im Unternehmen und die Zunahme von BI-Anwendern, die immer mehr Auswertungen in Echtzeit abrufen wollen. HP bietet dafür maßgeschneiderte Lösungen aus strategischer Beratung, SAP-Software und HP-Infrastruktur. Mit Frau Elke Reichart, HP-Vizepräsidentin für SAP Global Strategic Alliances, und Herrn Christian Kirschniak, HP-Bereichsleiter BI Zentraleuropa, sprach darüber E-3 Chefredakteur Peter Färbinger.

Business Intelligence, abgekürzt BI, ist seit einigen Jahren der Standardbegriff für den strategischen und nachhaltigen Umgang mit konsolidierten und verdichteten Unternehmensdaten. Angefangen hat alles vor sehr vielen Jahren, als clevere Programmierer simulierte Verkehrsampeln auf den Bildschirm brachten und mit den drei Farben den Zustand von Kenngrößen symbolisierten – heute würde man sagen Key-Performance-Indikatoren. Das war sehr hübsch anzusehen und nannte sich Management Information System. Viele Jahre blieb die Technologie unterentwickelt und rudimentär. Parallel dazu entstand aber die Vermutung, dass sehr wohl in den operativen Unternehmensdaten ein Schatz verborgen war. Wenn man nur die richtigen Analysewerkzeuge und passende Konzepte hätte, könnte man mehr über die Aufbau- und Ablauforganisation wissen. „Katalysator dafür war ganz klar die rasante Entwicklung der Technik in den vergangenen Jahren“, erklärt Christian Kirschniak, HP Bereichsleiter BI Zentraleuropa. „Erst durch die verbesserte Leistungsfähigkeit der gesamten IT ist es möglich geworden, Auswertungen unternehmensweit durchzuführen. Dadurch, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis der Komponenten immer besser wird, ist Massendatenhaltung heute auch für kleine und mittlere Unternehmen möglich.“

Die technische Analyse von Massendaten war nur ein Schritt in Richtung moderner BI. „Gleichzeitig hat sich die Managementkultur in den letzten Jahren geändert“, ergänzt Elke Reichart, HP-Vizepräsidentin für SAP Global Strategic Alliances. „Ein pragmatisches Bauchmanagement kann sich heute kein Unternehmen mehr leisten. Der Wettbewerb hat dazu geführt, dass mehr und mehr Unternehmen zu einem faktenbasierten und technokratischen Managementstil wechseln. Für einen solchen Führungsstil wird Business Intelligence benötigt.“ Erfolgreiches BI war aber vor einigen Jahren nur durch strikte Trennung der operativen Informationsverarbeitung von der dispositiven Konsolidierung und Analyse möglich. Die Ergebnisse waren korrekt, aber zeitversetzt. Heute kann diese Diskrepanz nicht mehr akzeptiert werden. „Außerdem hat sich die gesamte Informationskultur geändert“, weiß Elke Reichart aufgrund ihrer beruflichen Praxis. „Heute ist es über das Internet möglich geworden, ohne großen Aufwand verschiedenste Informationen abzurufen. Das ermöglicht es Unternehmen auf der einen Seite, sich jederzeit – sogar automatisch – mit den Mittbewerbern zu messen. Das führt aber auf der anderen Seite auch dazu, dass sich Unternehmen gezielt darauf ausrichten müssen, möglichst viele Daten zu nutzen, um im Wettbewerb überhaupt bestehen zu können.“

Operativ oder dispositiv

Aus heutiger Sicht war die BI-notwendige Trennung in operative und dispositive Datenverarbeitung nur ein technologisch bedingter Zwischenschritt, aber keine konzeptionelle Notwendigkeit. Ganz im Gegenteil: Manager brauchen Daten in Echtzeit. Analysen, Verdichtungen, Prognosen müssen unmittelbar auf Basis der aktuellen Massendatenhaltung erfolgen. Das Zusammenführen von operativer und dispositiver Datenverarbeitung bedingt einen BI-Masterplan. Elke Reichart: „Der BI-Masterplan ist immer geleitet durch die Geschäftsanforderungen des Kunden und diese ergeben sich natürlich auch durch die Prozessoptimierung im Bereich der Unternehmensplanung.“ BI-Spezialist Christian Kirschniak erläutert: „Diese beiden Themen beeinflussen sich also gegenseitig. Bei Einzelaspekten müssen sowohl die analytischen Prozesse als auch die Business-Prozesse betrachtet werden. Unter Umständen stellen wir auch Prozessoptimierungen bezüglich der Unternehmensplanung dar, wenn diese notwendig sind. Die Unternehmensplanung übernehmen wir aber nicht, aufgrund der Informationsbedürfnisse für die Erstellung des Masterplans analysieren wir diese aber und können danach sagen, ob die Ziele realistisch gesehen zu erreichen sind.“

Der Schritt von entweder operativer IT oder dispositiver Analyse ist naturgemäß nur auf Basis modernster Innovationstechnologie bei Hard- und Software möglich. HP war von Beginn an führender Infrastrukturanbieter in der SAP-Community. R/3 hat „das Licht der IT-Welt“ auf HP-Workstations erblickt. Hasso Plattner, SAP-Mitbegründer und Aufsichtsratsvorsitzender, hat in den vergangenen Jahren bei SAP selbst und an seinem Universitätsinstitut in Potsdam nachhaltige Innovation im Bereich Datenbanken und Echtzeitverarbeitung von BI-Daten geschaffen. Die Kombination aus SAP-Softwaretechnologie, HP-Infrastrukturkenntnissen und Consulting-Know-how findet sich im BI-Masterplan. „HP bietet sowohl für SAP-Kunden, die bereits eine BI-Landschaft aufgebaut haben, als auch für Kunden, die das Thema neu angehen wollen, Assessments an, die sich natürlich durch die Anforderung voneinander unterscheiden. Mit dem HP BI Maturity Model vergleicht HP zum Beispiel den aktuellen BI-Status des Unternehmens mit einer idealen Verlaufskurve. Mit den Rückschlüssen daraus können Unternehmen ihre BI-Strategie gezielt weiterentwickeln“, beschreibt Christian Kirschniak das Vorgehen in der Praxis. Und Elke Reichart präzisiert im Gespräch mit dem E-3 Magazin das weitere Vorgehen: „HP bietet heute und wird auch 2010 weiter Beratungsleistungen für das ganze SAP-Portfolio bieten und die Implementierung der SAP-Business-Intelligence- und BusinessObjects-Produkte in der Geschäftsstrategie voll unterstützen. Ein Thema wird Enterprise Information Management sein, den Bereich Daten-Integration werden wir mit Neoview angehen. Ein weiteres Thema wird Information Design und Delivery sein. Dort liefert HP Lösungen im Bereich Frontend und Dashboarding. Darüber hinaus bietet HP mit dem Masterplan-Offering strategisches BI-Consulting.“

Echtzeit

Welche Herausforderungen stellen sich heute im BI-Umfeld? Christian Kirschniak: „Wir sehen heute zwei verschiedene Herausforderungen, mit denen sich sowohl die Hersteller, als auch die Kunden im BI-Umfeld auseinandersetzen müssen: Erstens ist bei vielen Kunden Business Intelligence noch immer nicht ganzheitlich im Unternehmen verankert. Die zweite Herausforderung ist dagegen eher technischer Natur: Eine steigende Zahl an Nutzer möchte oder muss sogar – möglichst in Echtzeit – auf BI-Anwendungen zugreifen. Diese beiden Herausforderungen können wir mit unserem Lösungsportfolio aus Hardware und Beratungsleistungen ideal abdecken. Die jahrzehntelange Erfahrung als Hardwareproduzent ermöglicht es uns, Produkte zu liefern, die exakt den BI-Anforderungen der Kunden nach leistungsfähigen Hardware- und Data-Warehouse-Lösungen entsprechen. Gleichzeitig können wir den Kunden mit unseren Beratungsleistungen von der Planung einer BI-Strategie bis hin zur Implementierung der einzelnen Bausteine unterstützen.“ Historisch gesehen ist modernes BI die logische Folge der vorausgegangenen Wellen. In den 70er und 80er Jahren ging es mit ERP vor allem darum, Prozesse zu vereinfachen und die Effizienz zu steigern. Mit der danach folgenden CRM-Welle trat der Kunde in den Mittelpunkt. Aufgrund der technischen Entwicklungen – aber auch der Entwicklung der Gesellschaft – ist es nun an der Zeit, Informationen als zentralen Bestandteil zu sehen und diese auszuwerten und zu nutzen. „Denn mit BI kann ich nun endlich die Frage stellen: Mache ich überhaupt das Richtige?“, meint Kirschniak und erklärt weiter: „Natürlich brauchen Unternehmen auch eine BI-Strategie: Denn während eine ERP-Strategie durch das operative Business getrieben ist, muss die BI-Strategie das Informationsbedürfnis des gesamten Unternehmens befriedigen. Die IT-Strategie ist dafür verantwortlich, all diese Bedürfnisse – auch substanziell – mit IT-Lösungen zu unterstützen. In der BI-Strategie müssen also die Granularität und die Art der Informationen definiert werden, die es dem Unternehmen ermöglichen, Marktvorteile zu erwirtschaften. Je nach Anforderung kann das bedeuten, Kosten zu sparen oder Entscheidungen schneller zu treffen.“

Singuläres DW/BI


„Für eine optimale BI-Infrastruktur ist es wichtig, dass diese ganz klar an die Business-Prozesse und -Strategie ausgerichtet ist. Gerade im SAP-Umfeld ist es wichtig aufzunehmen, wie die bestehende SAP-Landschaft aussieht und wie Drittsysteme – wie zum Beispiel andere Datenbanken – integriert werden können“, berichtet Elke Reichart aus ihrer Erfahrung in der SAP-Community. Eine weitere wichtige Frage lautet: Wie baut man Systemumgebungen, die skalierungsfähig sind und die möglichst automatisch skalieren? „Denn Load-Anforderungen sind ja zum Beispiel durchaus unterschiedlich“, erklärt Kirschniak, „Zum Fiskaljahr-Abschluss sind die Anforderungen besonders hoch. Das weiß der Kunde aber schon im Vorfeld. Daher ist es wichtig, dies in die Planung miteinzubeziehen und über Software wie Instant Capacity (iCAP) Ressourcen – zum Beispiel Prozessorleistung oder Arbeitsspeicher – temporär zur Verfügung zu stellen.“ In den kommenden Jahren wird die Verarbeitung aller anfallenden Informationen ein wesentlicher Strategiebestandteil für die IT sein. Jeder Mitarbeiter wird jederzeit den für ihn richtigen Informationsfluss nutzen und daraufhin Entscheidungen treffen können. Bei Großkunden spricht das für einen singulären Enterprise-Data-Warehouse-Ansatz. Das heißt, möglichst alle Daten werden in einer zentralen Instanz vereint. Auch wenn das Probleme – zum Beispiel in den Bereichen Skalierung, Modellierung und Architektur – mit sich bringt. „Diese Großkunden sprechen wir mit HP Neoview an, einer Data-Warehouse-Lösung, die es ermöglicht, gleichzeitig Massenabfragen sowie tausende kurzer transaktionsähnlicher Abfragen von BI-Anwendern zu bearbeiten“, beschreibt Christian Kirschniak den HP-Ansatz. Bei kleineren Kunden legt HP den Schwerpunkt auf Skalierbarkeit und bietet hierfür ein breites Portfolio an flexibler und standardisierter Hardware für die BI-In-frastruktur, die Wachstum ermöglicht.

Business Warehouse Accelerator

HP liefert eine BI-Dateninfrastruktur für SAP-Bestandskunden: Was ist der Mehrwert dieses Angebots? Elke Reichart: „Der Mehrwert dieses Angebots ist sicherlich, dass HP für jeden SAP-Kunden in diesem Umfeld die richtige Skalierung bieten kann. HP verfügt aber nicht nur über die Infrastruktur sondern auch über den unternehmensweiten BI-Ansatz, der auf die Anforderungen des Kunden eingeht und zwar bis hin zum analytischen Prozess inklusive Beratungsleistung und der Weiterentwicklung des Kunden in den nächsten Stufen der Informationsverarbeitung.“ Ein mittelfristiges Ziel von Elke Reichart und Christian Kirschniak ist es, HP in der BI-Community als Player zu etablieren, der nicht nur als Hardwarelieferant gesehen wird, sondern als Anbieter von BI-Lösungen. „Denn bereits heute machen wir mit unseren Beratungsdienstleistungen den Großteil unseres Umsatzes im SAP- und BI-Umfeld. Trotzdem haben wir in der BI-Community nicht die Bekanntheit, die wir uns wünschen“, gesteht Christian Kirschniak ein und Elke Reichart ergänzt: „Um den Posten als Hidden Champion zu verlassen, haben wir die Hardware und Beratungsleistung kombiniert und ermöglichen den Kunden damit eine End-to-End-Betrachtung, die sich von BI-Strategieplänen über die Auswahl und Einführung der Softwarekomponenten bis hin zu IT-Komponenten erstreckt. Außerdem werden wir auf Basis unseres Erfolgs mit dem SAP BWA und weiteren modernen Lösungen für die weiter steigenden Datenvolumina massiv parallele Datenbanklösungen wie Neoview im Markt einführen.“ Bei vielen SAP-Bestandskunden wachsen die Datenbestände rasant an, dadurch werden die Antwortzeiten bei Auswertungen unter SAP NetWeaver BW (Business Warehouse) inakzeptabel. Viele Kunden suchen deshalb nach einer Lösung, das Reporting zu beschleunigen. Der SAP BWA (Business Warehouse Accelerator, siehe Seite 64 dieser Coverstory) macht genau das und ist darüber hinaus innerhalb kürzester Zeit installiert. Dadurch lassen sich bereits nach 24 Stunden deutliche Performance-Verbesserungen erzielen. Die Charité Berlin konnte zum Beispiel mit dem BWA das Reporting um mehrere hundert Prozent beschleunigen. Daraus ergeben sich einerseits zusätzliche Einnahmemöglichkeiten durch pharmazeutische Forschung und Entwicklung und andererseits auch eine verkürzte Vorlaufzeit.

Wie werden 2010 SAP NetWeaver BW, BusinessObjects, SAP BWA etc. und die zahlreichen BI-Angebote von HP zusammenpassen? Christian Kirschniak: „Die einzelnen Produkte und Angebote passen heute schon zusammen. HP grenzt die Themenblöcke ganz klar sowohl untereinander als auch in ihrer Positionierung ab. Die BI-Angebote von HP richten sich an den Bedürfnissen des SAP-Stacks aus. Das heißt die heutigen Softwarelösungen, die eine SAP mit NetWeaver BW, BusinessObjects und SAP BWA liefert, sind immer nur in bestimmten Umfeldern für den Kunden relevant. So gibt es beispielsweise klassische R/3-Kunden, die den Weg über NetWeaver BW gegangen sind und sich jetzt in Richtung BusinessObjects öffnen. Genau solche Kunden können wir durch unsere langjährige Erfahrung und die Kompetenz in der Beratung unterstützen.“ Letztendlich geht es auch um eine optimale Zusammenarbeit zwischen den beiden IT-Anbietern. „SAP und HP arbeiten auf vielen verschiedenen Ebenen zusammen“, weiß Elke Reichart aufgrund ihres Alliance-Programms. Das beginnt zunächst einmal mit der gemeinsamen Entwicklung von Produkten und geht über den Vertrieb bis zum permanenten Abgleich auf Geschäftsführungsebene. Dazu Elke Reichart: „Der SAP Business Warehouse Accelerator ist ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit bei der Entwicklung, ebenso wie HP Neoview, das wir zusammen mit SAP weiterentwickeln und gerade die Integration mit SAP NetWeaver bekannt geben konnten. Die Zusammenarbeit bauen wir auch auf Vertriebsebene kontinuierlich aus: Im Oktober konnten wir bekannt geben, dass HP BusinessObjects-Produkte vertreiben sowie Consulting- und Implementierungsdienstleistungen anbieten wird. Darüber hinaus stellen wir der SAP-Mannschaft unsere Methodiken und Expertise zur Verfügung und auch bei der Vertriebsmannschaft und den Services gibt es eine enge Zusammenarbeit.“
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E-3 Mai 2013
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