Es gibt immer etwas zu tun
E-3 Magazin Juli/August 2007, Seite 28, Szene
IDS Scheer etabliert sich in vielen SAP-Bereichen und Lösungen
Jazz hat mit Unternehmensführung und -kultur mehr zu tun als auf den ersten Blick zu vermuten wäre. Prof. August-Wilhelm Scheer, Firmengründer und Saxophon-Spieler, erklärte in Berlin die Parallelen zwischen der Musik und Innovation, zwischen freiem Spiel und unstrukturierten Daten.
Über 1500 Teilnehmer aus 43 Ländern: Das ist die Bilanz der ProcessWorld 2007, dem Jahreskongress zum Geschäftsprozessmanagement von IDS Scheer. Der Anbieter für Geschäftsprozessmanagement hatte im Juni nach Berlin eingeladen, um über künftige Entwicklungen und Trends zu diskutieren. „Business Prozess Management ist heute ein Thema bei allen IT-Anbietern“, erklärte Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer gegenüber dem E-3 Magazin nicht ohne Stolz. Die Ideen des Professors aus Saarbrücken haben sich weltweit durchgesetzt. „Wir bekommen heute sogar Visitenkarten von Anwendern, auf denen ,Business Process Designer’ steht“, ergänzt er.
Die Frage nach Business Process Management als Massenphänomen in der ERP-Community relativiert er: „BPM ist zu einem zentralen Thema geworden, viele Business Modelle sind letztendlich Prozesse, darüber hinaus gibt es aber natürlich auch noch andere Aufgaben und Lösungen. Auch SAP deckt nicht 100 Prozent eines Unternehmens ab.” Der umfassende Einsatz von IT-Werkzeugen wird immer noch durch die große Masse an unstrukturierten Daten behindert. Im Alltag wird Excel gerne zur Hilfe genommen. „Und SAP ist dann das Backbone im Unternehmen, wo die Daten eingeben werden“, ergänzt Professor Scheer. Ähnlich verhält es sich mit ARIS, dem BPM-Werkzeug der IDS Scheer. Hierzu erklärte er gegenüber dem E-3 Magazin: „ARIS stellt die organisatorische Ablaufsicht dar, rundherum passiert natürlich auch einiges. Es gibt jede Menge an unstrukturierten Daten. Wenn 20 Prozent dann in ein formales System wie SAP oder ARIS fließen, ist das ein großer Erfolg.” Der Business Process Report 2007 von IDS Scheer, dem internationelen Anbieter für Geschäftsprozessmanagement (BPM), und dem IT-Marktanalysten PAC, wurde in Berlin vorgestellt. Die repräsentative Studie, an der 130 Unternehmen teilgenommen haben, bestätigt, dass das Thema BPM auf der Agenda mittlerer und großer Unternehmen ganz oben steht. Professor Scheer erklärte, dass der Mittelstand ARIS natürlich ganz anders sieht und einsetzt: „Der Mittelstand ist in der Regel nicht so arbeitsteilig wie Großunternehmen. Hier sind viele Prozesse ganz intuitiv in den Köpfen der Verantwortlichen, weil eben ein Finanzchef im Mittelstand immer auch etwas von der Produktion, dem Vertrieb etc. versteht.“ Thomas Volk, Vorstandsvorsitzender von IDS Scheer, folgert: „Die Studie zeigt, dass der Markt für Geschäftsprozessmanagement im gesamten deutschsprachigen Raum weiterhin an Dynamik gewinnt. Bisher haben nur acht Prozent der befragten Unternehmen ihre Maßnahmen rund um das Geschäftsprozessmanagement abgeschlossen. Ein Drittel der Teilnehmer ist mit der Prozessorientierung im Unternehmen noch nicht zufrieden. Daher werden die Unternehmen auch künftig in die Verbesserung ihrer Geschäftsprozesse investieren.“
Der Einsatz von entsprechenden Werkzeugen wird dabei zunehmend zum Erfolgsfaktor. Die Analyse zeigt, dass das Management der Geschäftsprozesse gerade im Umfeld von Enterprise Architecture Management (EAM) und serviceorientierten Architekturen (SOA) eine unerlässliche Voraussetzung ist. Die Befragten glauben vermehrt, dass der CIO künftig eher gestalterisch als technologieorientiert für das gesamte Geschäft wirken soll. Der Business Process Report 2007 wurde erstmals länderübergreifend in der Region Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt und erlaubt länderspezifische Aussagen. Nahezu 80 Prozent der befragten Unternehmen im deutschsprachigen Raum beschäftigen sich auch 2007 stark oder sogar sehr stark mit dem Thema BPM. Der Trend der letzten Jahre hält somit unverändert an. Außerdem steigt die Relevanz von Werkzeugen für das Geschäftsprozessmanagement: Als mindestens „wichtig“ wird deren Einsatz von nahezu 90 Prozent der Interviewten bewertet, ein Fünftel erachten sie sogar als „unerlässlich“. Rund ein Drittel der Unternehmen nutzen die ARIS Plattform von IDS Scheer als alleinige BPM-Software, wobei die Einsatzquote in Österreich bei 40, in Deutschland und in der Schweiz bei 30 Prozent liegt. Ein Viertel der Befragten nutzen mehrere Tools.
Die Wichtigkeit der BPM-Werkzeuge und anderer Hilfsmittel ist wahrscheinlich auch von der Arbeitsteiligkeit abhängig. „Eine Frau am Zeitungskiosk braucht kein ARIS, weil sie alle Prozesse im Kopf hat und selbst ausführt“, erklärt Professor Scheer an einem extremen Beispiel. „Aber schon ein kleines Call-Center mit kritischen Arbeitsabläufen kann ARIS sehr erfolgreich einsetzen“, ergänzt er. „Wenn es gilt, die Kunden in der Leitung zu halten und zufrieden zu stellen, dann zählt einfach der Prozessgedanke“. Umso arbeitsteiliger ein Unternehmen ist, umso wichtiger wird somit nach Meinung von IDS Scheer der Einsatz von entsprechenden Werkzeugen und Technologien. Hierzu zählt heute neben dem Business Process Management ARIS auch SOA, oder wie es bei SAP heißt, Enterprise SOA. Der Business Process Report 2007 bestätigt die Rolle von Geschäftsprozessmanagement als wichtigem Integrator zwischen Business und IT, was im Umfeld von EAM und SOA besonders zum Tragen kommt. Insgesamt ist die Zahl der Unternehmen, die sich mit service-orientierten Architekturen beschäftigen, um sechs Prozentpunkte gestiegen. Dabei haben die Geschäftsprozesse bei nahezu 70 Prozent der Teilnehmer höchste Priorität. Dies deckt sich mit der Aussage, dass der Einstieg in die SOA-Thematik entweder über die Implementierung einer neuen Technologieplattform oder über die Standardisierung der Geschäftsprozesse erfolgt. Nach wie vor sind es vorrangig Großunternehmen, die die SOA-Thematik bereits auf ihrer Agenda haben. Die diesjährige Studie bestätigt die Unterstützung vom BPM-Vorhaben durch die Geschäftsführung als kritischen Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Prozessorganisation. Besonders erfolgversprechend für eine zeitnahe und ganzheitliche Umsetzung ist laut Aussage der Befragten ein verantwortliches Dreiergespann aus IT-Leiter, Geschäftsführung und Process Owner. Zunehmend erkennbar wird auch die steigende Relevanz der IT-Abteilungen im gesamten Geschäftsprozess. Sowohl die Anwendungsentwickler als auch die IT-Architekten in den befragten Unternehmen arbeiten verstärkt mit den eingesetzten BPM-Werkzeugen.
Und wo bleibt der Jazz? Professor Scheer demonstrierte mit einer professionellen und spontan zusammengestellten Band aus exzellenten Berufsmusikern, dass Jazzmusik eine Struktur hat, aber eben auch viele Freiheitsgrade, die man jedoch nicht willkürlich nutzen darf. Die wirkliche Freiheit ergibt sich aus dem Wissen um die Grundstrukturen der Musik. „Umso mehr man übt, umso phantasievoller kann man spielen“, erklärte der Saxophonspieler Scheer den anwesenden Kongressbesuchern. Und natürlich spiegelt sich auch hierin der Prozessgedanke wider: Das wechselvolle Spiel zwischen unstrukturierten und strukturierten Daten, zwischen formalen Systemen und offenen Web-Services (SOA) wird letztendlich den Erfolg eines ERP-Systems ausmachen.
Quelle: www.ids-scheer.de










