Jul/Aug
2009

Wachstum in der Informationstechnologie

E-3 Magazin, Juli/August 09, Seite 68 Wirtschaft

Der deutsche Markt für Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation (TK) wächst 2009 nach Prognosen von Detecon International um 0,6 Prozent. Dies entspricht einem Zuwachs von knapp 0,7 Milliarden Euro auf ein Gesamtvolumen von rund 125 Milliarden Euro.

Die insgesamt positive Entwicklung wird vor allem vom Wachstum in der Informationstechnologie getragen. Der Zuwachs von 2,1 Prozent im IT-Sektor fängt das Umsatzminus von 1,1 Prozent im Bereich Telekommunikation auf. Insgesamt wird die IT-Branche in 2009 Umsätze von 66,2 Milliarden Euro erwirtschaften. Bedingt durch die globale Finanzkrise fokussieren sich die IT-Investitionen deutscher Unternehmen vor allem auf Kostenreduzierungen. Sie sollen durch eine effizientere Nutzung und Integration der bestehenden IT-Infrastruktur und -Systeme erreicht werden. Investitionen in innovative Prozessunterstützung, neue Applikationen oder IT-gestützte Geschäftsmodelle werden dagegen zurückgestellt.

Der Markt für IT-Services wächst dieses Jahr mit 4,3 Prozent und weist damit nach wie vor das stärkste Wachstum aller Segmente im IT-Markt auf. Innerhalb der IT-Services verzeichnet der Bereich Outsourcing mit 5,7 Prozent das höchste Wachstum, da sich deutsche Firmen hiervon vor allem einen effizienteren Betrieb ihrer IT durch Serviceanbieter erhoffen. Ebenfalls überdurchschnittlich wachsen die Märkte für Systemintegration (4,1 Prozent) und IT-Consulting (4,0 Prozent).

Da in den vergangenen Jahren die Anzahl der IT-Applikationen stark gestiegen ist, profitieren Systemintegratoren nun von dem wachsenden Bedürfnis, diese Anwendungen zu integrieren. Ein Ziel ist dabei zudem, eine einheitliche Sicht auf die IT-Assets des Unternehmens zu gewinnen. Im IT-Consulting werden daher unter dem Stichwort Enterprise Architecture Management (EAM) vermehrt Leistungen nachgefragt, die die IT-Strategie mit der Geschäftsstrategie in Einklang bringen und eine Architektur für aktuelle und künftige IT-Landschaften entwickeln.

Auch der Software-Markt erfährt mit 3,3 Prozent in 2009 ein leichtes Wachstum. Investitionsgegenstand sind dabei vor allem Produkte, die eine effizientere Nutzung von Hardwareressourcen ermöglichen. Hierzu zählen Systemmanagement-, Virtualisierungs- und Speichermanagement- aber auch Sicherheitssoftware. Die Anbieter von Integrationssoftware können sich ebenfalls auf eine leicht wachsende Nachfrage einstellen. In diesem Marktsegment sind zudem Zukäufe von etablierten Marktteilnehmern zu erwarten. Hingegen tritt der Applikationsmarkt in eine Stagnationsphase ein, da bei ungewissen Auswirkungen der Finanzkrise Neuinvestitionen zurückgestellt und Erneuerungszyklen verlängert werden.

Im Sinne der Kosteneffizienz setzen Unternehmen zur Reduktion von Lizenzkosten verstärkt Opensource-Software ein und beziehen Applikationen, die weniger geschäftskritisch wirken als Software-as-a-Service. Als weiteres Mittel für die langfristige  Reduktion von IT- Kosten dient der Einsatz von Standardsoftware im Gegensatz zur Eigenentwicklung. Ein relativ starkes Wachstum wird der Markt für Enterprise-2.0-Software aufweisen, da sich Unternehmen hiervon effizientere Kollaborationsmöglichkeiten erwarten.

Der Hardwaremarkt schrumpft insgesamt um 3,2 Prozent, entwickelt sich jedoch sehr heterogen. Während die Nachfrage nach Speicher weiter stark wächst, werden Serverinvestitionen zurückgestellt. Bei Neuinvestitionen achten die Unternehmen in 2009 zudem stärker auf Kosten als auf Innovation. Positiv wird sich der Markt für Notebooks entwickeln, was durch das breitere Angebot von Notebookvarianten sowie den subventionierten Verkauf von Kleinstnotebooks durch die Telekommunikationsanbieter begünstigt wird.

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