Jul/Aug
2009

Soft Skills

E-3 Magazin, Juli/August 09, Seite 50 Personal

Soft Skills

Das Klischee des blassen Informatikers, der im abgedunkelten Raum auf den Bildschirm starrt und nichts anderes im Sinn hat, als mehr oder weniger isoliert seiner täglichen Arbeit nachzugehen, hat schon lange ausgedient.

Selbstverständlich erwarten Un-ternehmen von ihren IT-Auszubildenden Begeisterung für Computer und IT-Themen sowie einen guten Notendurchschnitt. Neben diesen Grundvoraussetzungen klopfen die Personalverantwortlichen heute im Vorstellungsgespräch viele weitere Kernkompetenzen ab. Die Rede ist von den so genannten Soft Skills wie Eigeninitiative, unternehmerischem Denken, sozialer Kompetenz und der Fähigkeit zur Selbstreflexion, die angehende IT-Auszubildende mitbringen sollten, um optimal für den Berufseinstieg gewappnet zu sein.

Selbstständiges Einarbeiten in neue Themen gehört heute zu den Grundvoraussetzungen für angehende Auszubildende. „Bei Fragen oder kleineren Hindernissen erwarten wir von unserem IT-Nachwuchs, dass sie zunächst versuchen, das Problem eigenständig zu lösen“, sagt Daniela Mejrowski, Ausbildungsleiterin bei der Fiducia IT in Karlsruhe. Von den angehenden Informatikern wird erwartet, dass sie in der Lage sind, gelegentlich über den Tellerrand hinauszusehen und Themen eigenständig in verschiedenen Quellen und über mehrere Kanäle hinweg zu recherchieren. „Ob ein Bewerber in der Lage ist, bis zu einem gewissen Grad selbstständig zu arbeiten, sehen wir oft schon am Anschreiben“, verrät Mejrowski. „Hieran kann ich schnell erkennen, ob sich der Bewerber unabhängig informiert oder lediglich ein personalisiertes Standardanschreiben gesendet hat.“

Auszubildende sollten sich möglichst schnell mit der Philosophie des neuen Arbeitgebers auseinandersetzen und eine gewisse emotionale Bindung zum Unternehmen und ihrer Arbeit aufbauen. Denn dies ist die Grundvoraussetzung für unternehmerisches Denken und Handeln. „Wir erwarten von unseren Auszubildenden, dass sie wissen, welche Leistungen die Fiducia ihren Kunden zur Verfügung stellt. Nur so können sie ihre Arbeit auf die Bedürfnisse unserer Kunden ausrichten“, sagt die Ausbildungsleiterin. Durch den stetig steigenden Grad der Automation und Abstraktion gewinnt der Punkt „unternehmerisches Denken und Handeln“ ständig weiter an Bedeutung. „Aufgaben, die früher einfach per Hand ausgeführt wurden, laufen heute automatisiert ab. So bleiben größtenteils komplexe Aufgaben übrig, die es zu bewältigen gilt“, sagt Mejrowski. Beispielsweise fließt heute mehr Zeit in die Planung und Koordination, beispielsweise von Schnittstellen, als in die reine Programmierung.

Sozialkompetenz und Selbstreflexion

Soziale Kompetenz ist wertvoll. Die Vorstellung, allen Informatikern müssten bereits im Vorhinein kleine Absonderlichkeiten im Umgang mit anderen Menschen, insbesondere Kunden, zugerechnet werden, entspringt schon lange Zeit nur noch einem Klischee. Auch ITler müssen Interesse an ihren Mitmenschen zeigen, ein gewisses Einfühlungsvermögen besitzen und die Grundzüge der Kommunikation beherrschen. „Bei der FIDUCIA legen wir besonders viel Wert darauf, dass unsere angehenden Auszubildenden in der Lage sind, Botschaften klar und deutlich zu formulieren und Informationen rechtzeitig an den richtigen Adressaten zu bringen“, sagt Mejrowski. Voraussetzung für ein gutes Kommunikationsverhalten im Beruf sind eine gewisse Menschenkenntnis und besonders Verständnis für die Strukturen innerhalb und im Umfeld des Unternehmens. 

„Unsere Auszubildenden müssen in der Lage sein, ihre Arbeit selbst zu bewerten, bzw. ihre Leistung einordnen zu können“, sagt Daniela Mejrowski. Dafür muss der Auszubildende den konkreten Arbeitsauftrag seiner Abteilung kennen und die eigene Leistung in die Gesamtleistung einordnen können. „Auf diese Schlüsselqualifikation baut beispielsweise auch unser internes Beurteilungssystem für unsere IT-Auszubildenden auf“, erzählt Daniela Mejrowski. Bei dem System müssen sich die Auszubildenden selbst beurteilen und Abweichungen von den Anforderungen festhalten. Erst im Anschluss werden sie im persönlichen Gespräch mit dem jeweiligen Ausbilder bewertet.

Daniela Mejrowski fasst die Erwartungen an junge Berufsanfänger unter dem Stichwort „Leidenschaft“ zusammen. Nur wer eine gewisse Leidenschaft für seinen neuen Job mitbringt, kann sich mit den neuen Aufgaben identifizieren und die Anforderungen erfüllen.

www.fiducia.de

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