Jul/Aug
2009

Sustainability

E-3 Magazin, Juli/August 09, Seite 44 Personal

Sustainability

Nachhaltigkeit im unternehmerischen oder im eigenen Handeln bringt Ihr Unternehmen oder Sie selber voran. Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur im vorsichtigen Umgang mit (nachwachsenden) Ressourcen, sondern auch in der Schaffung von langfristigem Nutzen.

SAP rief und alle kamen. Am 8. und 9. Juni öffneten sich die Tore der SAP World Tour in Mannheim im ehrwürdigen Rosengarten. Die Stimmung war entspannt und die Keynote des ersten Tages gehörte Hasso Plattner. Er zeigte unter anderem die Vision eines immer aktuellen BI durch In-Memory-Technologie. Sie müssen nur alle Bewegungsdaten im Hauptspeicher halten. Sie können diese Technologie heute schon nutzen, vorausgesetzt Sie haben einige Terabyte an Hauptspeicher in der Schublade. Der Strom darf natürlich auch nicht ausfallen.

Den Knopf gedrückt


Ausgefallen war dagegen die Teilnahme einiger bekannter Walldorfer Gesichter. An der restriktiven Travel Policy der SAP (ca. 30 km einfach von Walldorf nach Mannheim) sollte es nicht gelegen haben. Auf Anfrage hieß es dann gerne, der Kollege ist weg, der „hat den Knopf gedrückt“. Das bedeutet, die- oder derjenige hat sich für das Abfindungsprogramm beworben und wurde angenommen. Mich erinnert das an eines der vielen Sendungen, bei denen man Geld für die richtigen Antworten bekommt. „Und nun zur x00.000-Euro-Frage: Nehmen Sie das Abfindungsangebot an?“ Bei falscher Antwort dürfen Sie den Personalabteilungsjoker ziehen. Man sagt, dass fast jeder ein Angebot bekam, der „den Knopf gedrückt hat“.

In der zweiten Keynote am nächsten Tag ging es nicht um den „Knopf“, aber das täuschte. Die Rede von Peter Graf hat mich nachhaltig beeindruckt. Nachhaltig gleich mehrfach. Peter Graf ist Chief Sustainability Officer der SAP, also der unternehmensweite Nachhaltigkeitsverantwortliche.

Unternehmerische Nachhaltigkeit

Mit Nachhaltigkeit bezeichnet man die Nutzung von Ressourcen nur in dem Umfang, in dem sie auch nachwachsen können. Herr Graf zeigte anschaulich, in welchen Größenordnungen z. B. der Kohlendioxid-Ausstoß der SAP verringert werden soll. Nun ist Herr Graf ein langjähriger SAP-Manager, der schon viele erfolgreiche Kampagnen wie die SAP-NetWeaver-Einführung unterstützt hat. Da fragt man sich natürlich, ob der SAP Sustainability Report nicht viel mehr von der SAP-Strategie zeigt, als wir gemeinhin annehmen. Sie können den CO2-Ausstoß eines Unternehmens auch dadurch senken, indem Sie die Anzahl der Mitarbeiter reduzieren oder Geschäftsreisen restriktiver handhaben. Das könnte jüngste Maßnahmen der SAP in neuem Lichte erscheinen lassen. Folgt die SAP-Strategie etwa dem Sustainability Report? Bei einem Unternehmen wie SAP sind die Rechenzentren die größten Verbraucher von Energie und Wasser. Denken Sie nur an die nicht verstummenden Gerüchte des Verkaufes der Aktivitäten der SAP Hosting. Nutzen die den SAP Sustainability Report (www.sapsustainabilityreport.com), um die SAP-Strategie besser zu verstehen.

Dabei kommt der Begriff aus der Landwirtschaft. Entnehmen Sie Ihrem Unternehmen nicht mehr, als Sie wieder nachpflanzen. So behält das Unternehmen seinen Wert. Vermisst habe ich bei dem Vortrag von Herrn Graf die Messgröße Nachhaltigkeit für die Kunden und Partner der SAP. Das würde Sinn machen. Mehr als den CO2-Ausstoß der SAP interessiert den Kunden doch wie nachhaltig er SAP-Lösungen einsetzen kann und wann durch SAP oder andere Anbieter wieder kosten- und ressourcenfressende Änderungen kommen. Was SAP im Großen ist, sind Sie als Arbeitnehmer im Kleinen und Sie können für sich die richtigen Schlüsse ziehen.

Persönliche Nachhaltigkeit

Auch Ihr Arbeitgeber und der zukünftige Arbeitgeber sind daran interessiert, welche langlebigen Werte Sie dem Unternehmen und Ihren Kunden schaffen. Werden die Ergebnisse von Projekten, die Sie vor Jahren gemacht haben, heute noch eingesetzt? Sind Kunden, die Sie vor Jahren gewonnen haben, heute immer noch Kunden? Anteil am Mythos SAP haben auch Gerüchte, dass noch ABAP im produktiven Einsatz sind, die von den Herren Hopp oder Plattner noch selber geschrieben wurden.
   
Wenn Sie Ihren Lebenslauf anschauen, so gehen Sie ruhig bis zum Anfang zurück. Lassen Sie Ihre beruflichen Stationen Revue passieren und stellen Sie sich für jeden Abschnitt Fragen zur Nachhaltigkeit des eigenen Handelns und Ihres Verantwortungsbereiches: Haben Sie Werte geschaffen? Waren Ihre Einsätze von dauerhaftem Erfolg gekrönt? Wenn ja, dann stellen Sie doch Ihren eigenen Nachhaltigkeitsreport auf. Erstellen Sie eine Liste nicht nur Ihrer Projekte, sondern vor allem der Projekte, in denen Sie für Ihre Kunden und Ihr Unternehmen
dauerhafte Werte geschaffen haben. Ich bin sicher, das beeindruckt bei einer Bewerbung mehr als die reine Anzahl von Projekten. Wir werden Bewerber mit einem eigenen Nachhaltigkeitsreport noch intensiver bei der Jobsuche unterstützen.

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