E-3 Magazin, Oktober 2008, Seite 45, Coverstory
Mit IBM Services, Infrastrukturlösungen und Know-how ein effizienteres und höheres ERP-Niveau erreichen
Der Mehrwert einer gelungenen ERP-Implementierung ist der entscheidende Wettbewerbsvorteil für den SAP-Bestandskunden. Das Customizing und das Know-how des Partners entscheiden über Return-on-Investment einer ERP-Architektur. Während SAP die ERP-Werkzeuge liefert und der Baumeister ist, wird IBM mit seinen zahlreichen Services und seiner Infrastruktur in der Community als SAP-Architekt wahrgenommen.
Ein Bericht von E-3 Chefredakteur Peter M. Färbinger
Wofür steht IBM in der deutschsprachigen SAP-Community? „IBM steht für 35 Jahre dauernde Partnerschaft mit SAP und demzufolge mit der deutschen SAP-Community“, erklärt Rainer Zinn, General Manager, Global IBM SAP Alliance. „Seit 35 Jahren profitieren unsere Kunden von innovativen Konzepten und Lösungen, die in dieser Zusammenarbeit auf den Weg gebracht wurden.“ Und Christopher M. Daerr, Manager Marketing, Global IBM SAP Alliance ergänzt: „IBM-Technologie und -Beratungsleistung hilft unseren Kunden, im globalen Wettbewerb profitabel zu wirtschaften.“
Im Rahmen der anstehenden Versionswechsel auf ERP 6.0 ist die Technologie- und Beratungsleistung der IBM nachhaltig gefragt, weil es sich eben nicht, wie die Bezeichnung „Versionswechsel“ irrtümlich vermuten lässt, um einen Wechsel auf eine nächste SAP-Version handelt, sondern um einen ERP-Paradigmenwechsel. Wer auf ERP 6.0 umsteigt, macht einen Upgrade im Sinn von Aufsteigen auf das nächste ERP-Niveau. Die Version 6.0 ist quantitativ und qualitativ eine neue ERP-Welt.
Während R/3 wahrscheinlich die perfekte ERP-Black-Box ist, ist ERP 6.0 ein offenes, flexibles und wesentlich leistungsfähigeres, serviceorientiertes System. Dieser Aufstieg, ERP-Upgrade, ist auch mit Mühsal für den SAP-Bestandskunden verbunden. Auch für Platon bedeutet der Aufstieg aus der Höhle ins Licht der Erkenntnis Schmerzen und Mühsal. Aufklärung ist seitdem mit der Metapher des Aufstiegs und der Erleuchung verbunden. Für den SAP-Bestandskunden soll der Upgrade ERP 6.0 ein ähnliches Erlebnis und eine ähnliche Wirkung haben. Dazu braucht ein Großteil der SAP-Community nachhaltige Hilfestellung durch die SAP-Partner-Szene. IBM hat sich mit speziellen Angeboten und Services auf dieses umfassende und strategische Upgrade konzentriert.
Im Gespräch mit dem E-3 Magazin bestätigt Rainer Zinn die mannigfaltigen Herausforderungen. Auf die Frage nach den wichtigsten Trends in der SAP-Community antwortet er: „Aus unserer Sicht zählen die folgenden fünf Themen sicher zu den wichtigsten Trends, die wir derzeit auf dem Markt beobachten: ERP Upgrades und Optimierung der Geschäftsprozesse, Innovation und Integration, SOA, Green-IT und Web 2.0. Diese Reihenfolge ist aber ohne Wertung.“ Alle diese Themen sind heute für einen SAP-Bestandskunden aktuell, weil sie sich im neuen ERP 6.0 wiederfinden. Das neue SAP-System ist SOA-basiert und verwendet Web-Technologien. Ziel ist es, die Geschäftsprozesse mit BPM zu verbessern und letztlich bietet die neue SAP-Infrastruktur die Möglichkeit der Virtualisierung, Adaptive Computing und Green-IT.
„Entscheidend für einen SAP-Kunden ist, dass er aus dem Upgrade einen Mehrwert aus dem SAP-ERP-System generieren kann und sich so letztendlich seine Investitionen in das Upgrade-Projekt amortisieren“, erklärt Rainer Zinn und ergänzt: „Mit uns als kompetenten Partner an der Seite erhält der Kunde Planungssicherheit und die Kontrolle über die Projektkosten sowie Ressourcen und sichert sich einen reibungslosen Projektablauf.“ Christopher Daerr beschreibt im Gespräch mit dem E-3 Magazin die Situation folgend: „Beispielsweise kann der SAP-Kunde wählen zwischen einer ersten kostenfreien Analyse seiner SAP-Systeme, einem Festpreisangebot zum technischen Upgrade, bis hin zur maßgeschneiderten Beratung, wenn er ein funktionales oder strategisches Upgrade anstrebt. Er profitiert von unserer Expertise und Industry Best Practices, die wir durch langjährige SAP-Projektarbeit erfahren haben und die wir in sein Upgradeprojekt einbringen. Alle unsere Kompetenzen sind in der IBM SAP Upgrade Factory gebündelt und unsere Spezialisten begleiten den SAP-Kunden von der Planung bis hin zur erfolgreichen Umsetzung. Wir bringen unser Know-how ein, sowohl durch unseren Fachberater vor Ort, On-Shore, als auch durch unser Global-Delivery-Model, Offshore. Und ganz entscheidend ist unser integrierter Ansatz für Hardware, Software und Services. Die IBM liefert auf Wunsch eine Lösung aus einer Hand und diese maßgeschneidert nach Kundenanforderungen. In vielen Kundenprojekten arbeiten wir hier sehr eng mit der SAP zusammen und unsere Kunden profitieren von dem Know-how beider Firmen, wie beispielsweise Panasonic.“ (Siehe Seite 54 dieser Coverstory.) „Von der SAP wurden wir zu diesem Thema 2008 mit dem Pinnacle Award Landscape Upgrade als bester Upgrade Partner ausgezeichnet“, betont Rainer Zinn.
„IBM bietet dem SAP-Anwender integrierte Lösungen aus einer Hand an, genau das, was für komplexe Projekte im SAP-Umfeld nötig ist. Demnach sind Projektservices und Projektexpertise sowie Branchenkenntnisse Pflicht“, weiß Christopher Daerr aus der beruflichen Praxis zu berichten. Bei IBM ist in einem weltweiten Beraterpool diese Expertise zweifellos vorhanden. Daneben werden aber auch Anforderungen an die Infrastruktur gestellt, die tiefere Kenntnisse der Systemarchitekten bedarf. So stellen z. B. XI/PI und BI hohe Anforderungen an die Performance der Hardware. Auch ist der Betrieb bzw. die Betreuung solch komplexer Infrastrukturen häufig nicht die Kernkompetenz der IT des Anwenders. „Hier können wir mit Application-Management-Services unterstützen“, erklärt Rainer Zinn. Durch die Nutzenoptimierung bietet sich immer ein Umstieg auf ERP 6.0 an. Es gilt auch, die neuen Lösungen und Funktionen nach einem Umstieg zu implementieren. Nur so lassen sich die Kosten eines rein technischen Upgrades wieder einspielen.
Für den SAP-Bestandskunden ergeben sich praktische Vorteile aus der langjährigen Zusammenarbeit von IBM und SAP. „Denken Sie an die Optimierung von DB2 für SAP-Umgebungen, die wir seit Jahren kontinuierlich gemeinsam mit SAP vorantreiben“, beschreibt Rainer Zinn im Gespräch mit dem E-3 Magazin eine der vielen Aktivitäten der IBM SAP Alliance. Und Christopher Daerr ergänzt: „Ein weiteres Beispiel, das wir dieses Jahr umgesetzt haben, ist ‚Atlantic‘, die Integration des Lotus Notes Frontends und SAP-Backend-Systemen.“
Die Liste der gemeinsamen Errungenschaften ist lang: Bekannt geworden unter dem Codenamen Jupiter wurde im IBM-Benchmark-Center in Poughkeepsie, USA, der Beweis erbracht, dass eine SAP BI Accelerator Lösung basierend auf IBM Technologie bei Datenmengen von 25 Terabyte mit konstant kurzen Antwortzeiten und nahezu linearer Skalierung zu betreiben ist. Auf Grundlage dieser Ergebnisse können IBM-Kunden von SAP geprüfte Konfigurationen mit bis zu 140 Blades und dedizierter Speicherkapazität implementieren. Erwähnt werden muss auch die vom ISICC (IBM SAP International Competence Center) aus unterstützte Co-Innovation-Initiative. „Mehrere IBM- und SAP-Kompetenzzentren arbeiten daran, neue SAP-Branchenlösungen mit Pilotcharakter für eine ganze Industrie zu realisieren“, berichtet Christopher Daerr. Dabei geht der Focus weit über ein traditionelles Proof-of-Concept hinaus. In interdisziplinären IBM-SAP-Teams wird für neue Branchenlösungen die Skalierung und Performance der Lösung getestet und für höchste Anforderungen optimiert. Darauf basierend werden Sizing-Regeln und Empfehlungen erstellt. „Dadurch wird das Risiko und die Einführungszeit bei der Implementierung einer neuen Lösung drastisch minimiert“, erklärt Christopher Daerr. Die Ergebnisse der Studien sind dokumentiert und generell verfügbar.
Die Bedeutung der Kooperation mit SAP ist für IBM somit eine Doppelte: Einerseits sind es konkrete Forschungsergebnisse und Services für SAP-Bestandskunden, andererseits sind es langfristige IT-Ziele. „Die Aufgabe der Allianz wird von IBMs weltweiter Strategie optimal unterstützt“, erklärt Christopher Daerr und präzisiert, „IBM hat vor Jahren drei Haupttreiber von Veränderungen auf dem Markt identifiziert: Globalisierung, die die Weltmärkte verändert; eine neue Computing-Architecture, die die IT verändert sowie Integration und Innovation, die unsere Kunden treiben. An allen Bereichen arbeiten wir in unserer Allianz mit SAP kräftig mit, damit wir immer optimalen Mehrwert unserer Lösungen für unsere Kunden sicherstellen.“
„Auf einen Punkt gebracht, ist es unsere Aufgabe und unser Ziel, immer mehr Kunden davon zu überzeugen, dass IBM die intelligenteste Wahl ist, wenn es um die Einführung, das Management und den weiteren Ausbau einer SAP-Lösung geht“, betont Rainer Zinn und ergänzt: „Dies beziehen wir auf den Mittelstand ebenso wie auf die größten Kunden weltweit. Die Stärke unseres Angebots erwächst zum einen aus der nun schon über 35 Jahre dauernden kontinuierlichen Zusammenarbeit mit SAP. Seitdem profitieren unsere Kunden von innovativen Konzepten und Lösungen, die in dieser Zusammenarbeit auf den Weg gebracht wurden. Außerdem stellt das Alliance-Team sicher, dass IBM-Technologie optimiert auf die Anforderungen der SAP-Lösungen und passend für verschiedenste Kundenanforderungen eingesetzt wird. Ebenso wichtig für unsere Kunden ist der Zugang zu einem der weltweit größten Angebote von Beratungsleistungen. Geschäftsprozessoptimierung, Branchenkenntnis und der intelligente Einsatz der IBM-Technologie sind die Zutaten, mit denen unsere Kunden die Extraportion Know-how und Flexibilität erlangen, um auf dem Markt zu wachsen.“
Erfährt der SAP-Bestandskunde nun bei IBM mehr Geheimnisse aus Walldorf? „Natürlich gehört es zu den wichtigsten Aufgaben in unserem Alliance-Team, einen regen Informationsaustausch zwischen SAP und IBM Teams zu pflegen“, meint Rainer Zinn zu dieser Frage und erklärt: „Da beide Unternehmen versuchen, dem gemeinsamen und natürlich zukünftigen Kunden größtmögliche Planungs- und Investitionssicherheit zu geben, kann es schon vorkommen, dass wir in einer frühen Phase einer Zusammenarbeit an Themen arbeiten, die noch nicht einem breiteren Kreis oder der Öffentlichkeit bekannt sind. Insgesamt gesehen haben wir in der IBM viele Maßnahmen ergriffen, um einen wirklich sehr guten Informationsstand über SAP-Themen sicher zu stellen.“
Im Sommer dieses Jahres führte TNS Emnid im Auftrag des E-3 Magazins 150 qualifizierte Interviews bei den Lesern in der SAP-Community durch. Die Ergebnisse bestätigen die Angebote und Services der IBM: Der SAP-Bestandskunde ist in Zeiten des Releasewechsels zu mehr als die Hälfte aller Antworten an Basis-Themen, NetWeaver, Infrastruktur und SOA interessiert (siehe Kasten Seite 48). Für IBM scheint das Thema SOA ein Heimspiel zu sein. „IBM kommt von der Seite der Business- und Prozess-Aspekte und weniger von den reinen Plattform-Themen“, erklärt Rainer Zinn. Ein Beispiel von der diesjährigen SAPPHIRE 2008 in Berlin aus dem Bereich Gewährleistungsprozesse in der Automobilindustrie: Dieser Prozess wurde auf Basis von SOA auf E-SOA mit NetWeaver und IBM WebSphere umgesetzt. „Daher erklärt IBM einem SAP-Bestandskunden das Thema Plattform neutral mit Fokus auf die wichtigeren Prozess- und Industriethemen“, betont Zinn und ergänzt, „dabei haben wir den Vorteil als IBM mit unserer eigenen Plattform WebSphere, aber auch als einer der größten SAP-Implementierungspartner, beide Welten sehr gut zu kennen. Dieser Vorteil spiegelt sich entsprechend auch in unseren Lösungen. Dabei kann es sich um eine auf WebSphere basierende Lösung handeln, aber auch um eine auf Basis von NetWeaver. Viele Kunden haben eine gemischte Plattform-Strategie und gerade in diesem Umfeld besitzt IBM das beste Know-how, welches uns ermöglicht, auch konkrete Lösungen für Interoperability-Szenarien zu geben.“
Offensichtlich ist es bei aller erfolgreichen Zusammenarbeit ein Fakt, dass es auch einen Wettbewerb zwischen IBM und SAP gibt. Zu zahlreich und umfassend sind hier die Lösungen beider Firmen, um keine Überschneidungen zu haben. „Die IBM-SAP-Allianz ist mit Milliarden Dollar Umsatz groß und vielfältig, da sie alle Angebotsbereiche der IBM wie Hardware, Software, Services und alle Angebote der SAP umfasst“, erklärt Christopher Daerr die Situation im Gespräch mit dem E-3 Magazin und präzisiert: „Schon länger gibt es Überlappungen in den Angeboten beider Firmen, welche aber nur einen kleineren Teil unserer Zusammenarbeit ausmachen. Unsere Mitarbeiter wissen, dass wir auf manchen Gebieten Konkurrenten sind, und unsere Firmen setzen dann die Entscheidung des Kunden in vielen Fällen in enger Zusammenarbeit um. Dies war in der Vergangenheit schon bei Portal- oder Datenbanklösungen so und wird auch jetzt im Bereich Business Intelligence in der Allianz nicht grundlegend anders sein.“
Spannend ist für den SAP-Bestandskunden das Thema Business Intelligence allemal. Christopher Daerr: „Das heißt natürlich, dass wir auch auf diesem Gebiet sehr eng zusammenarbeiten. IBM und Business Objects hatten bisher schon eine strategische Allianz, die wir nun auch unter dem Dach der IBM-SAP-Allianz weiterführen und ausbauen. Genauso wird Cognos weiterhin eine optimale Integration mit SAP sicherstellen und unseren gemeinsamen Kunden ein starkes Lösungsangebot rund um SAP und andere Anwendungen bereitstellen. Damit haben die Kunden nun den Vorteil der Auswahl einerseits und der Sicherheit andererseits, da sie in jedem Fall mit der Unterstützung der IBM-SAP-Allianz rechnen können, egal ob sie sich für Business Objects oder Cognos entscheiden.“
„Es scheint mir wichtig zu erwähnen, dass alle diese Themen aus der Sicht des Kunden nicht konfliktträchtig sind“, erklärt Rainer Zinn zu den Themen Master Data Management, MaxDB und Portale: „IBM und SAP werden mit dem Kunden zusammenarbeiten, um die jeweils optimale Lösung zu finden. Nach einem allgemeingültigen Rezept gefragt, möchte ich hier also betonen: In der IBM-SAP-Allianz steht die Anforderung des Kunden im Vordergrund, unsere Berater und Partner setzen die Entscheidung des Kunden in vielen Fällen in enger Zusammenarbeit mit SAP um.“ Und gerade das Thema Datenbanken ist nicht als Konfliktthema anzusehen, meint Zinn: „DB2 optimized for SAP ist ein schönes Beispiel für eine langjährige, strategische Zusammenarbeit zwischen SAP und IBM auf den Ebenen Entwicklung, Marketing und Vertrieb. SAP selbst ist ein Referenzkunde für DB2. Der Einsatz von DB2 auf den SAP-internen Business-Systemen zeigt, dass es hier keinen Konflikt gibt.“ Bei MDM bietet IBM eine Lösung, die eine Ergänzung zur SAP-Lösung darstellt und speziell dann zum Einsatz kommt, wenn außer SAP auch andere Umgebungen vom Kunden in die Betrachtung einbezogen werden.
Eine echte Innovation scheint die IBM-SAP-Kooperation „Atlantic“ zu sein: Hier soll für Notes-Anwender ein einfacher Zugang zu SAP-Daten geschaffen werden. Ausgehend von der logischen Überlegung, dass nicht jeder ein SAP-GUI (Graphical User Interface) oder Portal benötigt. Wann wird das Produkt freigegeben und wer wird die Zielgruppe sein? Christopher Daerr begleitet die „Atlantic“-Entwicklung und erklärt: „Die Zielgruppe des Produktes wird sich natürlich zunächst einmal auf die bestehenden gemeinsamen Kunden von Lotus und SAP fokussieren. Das Produkt selbst adressiert die so genannten Information Worker in Unternehmen, d. h. Mitarbeiter, die nicht klassische Sachbearbeiterthemen haben. Ein klassisches Beispiel eines Information Workers ist ein Manager, der vielfältige Aufgaben hat, wie das Freigeben von Urlaubs- und Reiseanträgen. Genau in die Lücke stößt das Project „Atlantic“ vor und ermöglicht es dem Manager, aus seiner gewohnten Arbeitsumgebung Lotus Notes heraus SAP-Daten und -Prozesse zu nutzen, anstatt dafür jedes Mal die Applikation wechseln zu müssen. Es gibt momentan noch kein konkretes Release-Datum, wir gehen aber von einer Verfügbarkeit Ende des Jahres bzw. Anfang des nächsten Jahres aus. Die Entwicklung geht sehr gut voran.“
Zum Abschluss des Gesprächs mit Rainer Zinn und Christopher Daerr: Gibt es IBM-Alleinstellungsmerkmale gegenüber der Mehrzahl der anderen SAP-Partner? „Unsere größte Stärke ist sicher, dass wir dem SAP-Kunden – durch die Integration von Infrastruktur, Services und Software – alles aus einer Hand anbieten können“, meint Zinn und ergänzt: „So können wir dem Kunden in jeder Situation zur Seite stehen und ihn optimal bei seinen Projekten unterstützen.“ Christopher Daerr erklärt: „Oft bereitet die Ressourcenplanung gerade in der Upgrade-Phase Probleme, dann kommt Global Services ins Spiel. Fehlende Kapazitäten oder fehlendes upgradespezifisches Know-how kann beispielsweise durch IBM Flexible Hosting und Upgradeangebote von IBM Global Services aufgefangen werden. Um die Kostensituation zu entspannen, kann Global Financing mit Finanzierungskonzepten der richtige Ansprechpartner sein. Die Umsetzung eines Upgrade-Projektes ist auch oft genau der richtige Zeitpunkt, um über das Hardware- und Infrastrukturkonzept nachzudenken. Durch Harmonisierung, physische Konsolidierung und Optimierung der Systemlandschaft in Verbindung mit einem strukturiert umgesetzten Upgradeprojekt, ist es in vielen Fällen gelungen, das Gesamtprojekt kostenneutral darzustellen.“ Abschließend bemerkt Rainer Zinn: „Und dazu kommt, dass wir den SAP-Bestandskunden auch außerhalb klassischer SAP-Themen, wie unternehmensübergreifende Integration oder SOA, als kompetenter Partner beraten können. Das wird uns auch immer wieder von Analysten wie PAC, AMR und Gartner bescheinigt. IBM ist der einzige Partner, der für SAP weltweit das volle Leistungsspektrum inklusive Hardware, Software, Services und Finanzierung anbietet.“
Nachgefragt: BIA, LINUX, Storage, Virtualisierung; SolMan und Outsourcing
E-3: Der Business-Intelligence-Accelerator (BIA) wird von IBM, HP und FSC angeboten – gibt es für den SAP-Bestandskunden Entscheidungskriterien, warum das IBM-Angebot das beste sein könnte?
IBM: Der Business-Intelligence-Accelerator als standardisierte SAP-Appliance wirkt auf den ersten Blick als vom Hardwarehersteller unabhängig. Wer genauer hinsieht, wird eine Reihe von wesentlichen Vorteilen der IBM-Lösung erkennen, die in der Vergangenheit für viele unserer Kunden, wie der Endress & Hauser Gruppe oder der Wacker Chemie AG, maßgeblich in ihrer Entscheidung waren. Neben dem überlegenen Bladecenter-Design und einem abgestimmten Support-Konzept zur Unterstützung unserer Kunden beim BIA-Betrieb ist es vor allem die herausragende Performance und Verfügbarkeit unseres General Parallel File Systems (GPFS) als Shared-Filesystem, das die sensiblen Daten des BIA hält. Mit dem IBM-Director können wir heute schon das Management der BIA-Infrastruktur zentral und vereinfacht gestalten und in Kürze werden weitere Funktionen hinzukommen, die die Administration des BIA weiter erleichtern. Eine administrierbare und performante BIA-Lösung für ein 25TB BI, wie wir sie kürzlich realisiert haben, zeigt hervorragend das Potenzial der auf IBM-Infrastruktur basierenden BI-Accelerator-Lösung. Wie schon angesprochen, hat die auf IBM basierende Lösung den Beweis nahezu linearer Skalierbarkeit und fast konstanter Antwortzeiten bei höchster Zuverlässigkeit selbst bei einer astronomischen Datenmenge von 25 TB bereits angetreten, die Ergebnisse wurden von einer unabhängigen Studie vom Analysten WinterCorp dokumentiert. Diese Studie demonstriert auch die lückenlose Integration der IBM-Lösung in heterogene Systemlandschaften wie z. B. die Kombination von Mainframes und Unix Servern. Die Kunden von IBM und SAP können mit der Gewissheit ein BI-Accelerator-Projekt starten, dass auch bei rapide steigender Nutzung der Technologie ohne Architekturbrüche eine von SAP geprüfte Lösung mit bis zu 140 IBM Blade Servern realisiert werden kann. Quelle: www.ibm-sap.com/bia
E-3: IBM hat sehr früh auf Linux gesetzt. Jetzt scheint auch in der SAP-Community dieses Betriebssystem wieder mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Was erwartet sich IBM davon und welche Ziele verfolgt das Alliance-Team mit Linux?
IBM: Wir haben sehr frühzeitig die große Bedeutung von Linux als Server-Betriebssystem erkannt. Zahlreiche Hard- und Software-Entwickler sorgen bei uns weltweit dafür, dass Linux optimal auf allen unseren Hardware-Plattformen läuft. Außerdem unterstützen wir direkt die Linux-Distributoren Novell und Red Hat sowie verschiedene ISVs bei der Zertifizierung ihrer Produkte. Dabei hat die Zertifizierung von SAP-Produkten auf Linux und IBM-Hardware einen sehr hohen Stellenwert. Allgemein ist der Einsatz von Linux im Mission-Critical-Bereich bei uns schon zur Normalität geworden. Unsere automatisierten und virtualisierten SAP-Infrastrukturen unter Linux spielen unter anderem bei SAP-Hosting-Anbietern eine Rolle und können z. B. in kommunalen Rechenzentren zur Umsetzung der durch die Innenministerkonferenz beschlossenen Doppik-Einführung bis 2010 genutzt werden. Wir haben die Absicht, diese auf standardisierten Bausteinen basierenden, aber dennoch kundenindividuell anpassbaren Lösungen, zukünftig noch stärker im Bereich der Neukundengewinnung zu nutzen. Für den Mittelstand kombinieren wir dies mit unserem Managed-ERP-Angebot – also einem Remotebetrieb von Hardware, Betriebssystem und SAP-Basiskomponenten. So bieten wir eine interessante Alternative zu Software-as-a-Service (SaaS). Aber auch im SaaS-Bereich bauen wir unser Linux-basiertes Lösungsangebot gerade aus, was dann vor allem für Service-Provider sehr interessant sein dürfte. Linux ist eines unserer wichtigsten Betriebssysteme. Gerade im SAP-Umfeld gibt es ein ganz aktuelles Linux-Projekt: Das neu angekündigte Fast-Start-Programm der SAP, das wir gemeinsam auf IBM System x Infrastruktur, mit DB2 als optimierter Datenbank und mit Novells SUSE-Linux-Enterprise als Betriebssystem auf den deutschen Markt bringen werden. Das Gesamtpaket bestehend aus der SAP Business-All-in-One-Lösung, Services für die Implementierung sowie DB2 und BladeCenter S Infrastruktur von IBM wird zu einem sehr attraktiven Festpreis angeboten und kann vorinstalliert an den Kunden ausgeliefert werden.
E-3: Bieten Themen wie Virtualisierung, BIA, Storage Wettbewerbsvorteile bei SAP-Bestandskunden?
IBM: Ganz uneingeschränkt: Ja. Für alle IBM-Plattformen gibt es Standardkonzepte und Best Practices für einen an den Anwendungsanforderungen orientierten IT-Betrieb. Die technischen Alleinstellungsmerkmale unserer Server- und Storage-Plattformen, die schon während des Entwicklungszyklus neuer Generationen mit SAP-Anforderungen abgeglichen werden, kombiniert mit Virtualisierungstechnologien, setzen unsere Kunden in die Lage, IT-Services extrem kostengünstig und flexibel zu gestalten und sorgen damit für schlanke Kostenstrukturen. Je nachdem, wo ein SAP-Kunde mit seiner Infrastruktur heute steht, können wir Einsparpotenziale zwischen 30 und 50 Prozent der Gesamtkosten für Infrastruktur- und Betriebskosten für die SAP-IT erreichen. Insbesondere durch Erhöhung der durchschnittlichen Serverauslastung auf bis zu 70 Prozent, durch wesentlich vereinfachte Durchführung von Änderungen, oder weil ein Großteil von Änderungen durch die Virtualisierung überflüssig wird, aber auch durch Automation von aufwändigen Routineaufgaben, wie z. B. den Refresh von Qualitätssicherungssystemen. Je weitgehender wir die technologischen Vorzüge unserer HW-Plattformen mit dem Potenzial unserer SW-Lösungen, speziell für Information- und Systemmanagement kombinieren, umso umfangreicher fällt das Einsparpotenzial für unsere Kunden aus bei gleichzeitiger Verbesserung der Service-Qualität.
E-3: Eine zentrale Rolle in einer SAP-Infrastruktur nimmt der SolMan (SAP Solution Manager) ein. Welche Perspektiven sieht hier das IBM SAP Alliance Team?
IBM: Zum Solution Manager ist zu sagen, dass dieser spätestens ab Version 6.0 die zentrale Serviceplattform der SAP sein wird. IBM hat breite Erfahrungen in der ganzheitlichen Anwendung des Solution Managers und setzt diesen auch für die IBM-internen Systeme ein. Daneben gibt es zahlreiche IBM-Erweiterungen und Tools im SAP Solution Manager, die für Kundenprojekte erfolgreich eingesetzt werden. Diese IBM Next Generation Tools bringen einen erheblichen Mehrwert bei der IBM-Projektdurchführung. So ist z. B. die IBM Ascentdant-Methode vollständig im Solution Manager abgebildet. Auch für Funktionen des NetWeavers und deren betriebswirtschaftlichen Nutzung ist IBM optimal aufgestellt, was mehrere SAP-Special-Expertise-Partnerschaften belegen.
E-3: IBM ist als erfolgreicher Outsourcing-Anbieter bekannt. Gibt es spezielle Angebote für SAP-Bestandskunden und wie schauen diese aus?
IBM: Für Kunden, die ihre SAP-Umgebung von der IBM implementiert und betrieben haben möchten, hat die IBM mit Flexible-Hosting-Services eine optimale Lösung. Basierend auf einer hoch optimierten und flexiblen Infrastruktur kann der Kunde den Servicegrad und verschiedene Optionen wählen und erhält damit eine kostengünstige, planbare und anpassbare Alternative zum Eigenbetrieb seiner SAP-Infrastruktur. Das SAP-spezifische Leistungsmodell bietet neben einem Grundpreis für den Basisservice die Anpassung an den individuellen Kundenbedarf durch Zusatzoptionen zum Einheitspreis mit flexiblen Mengengerüsten. Durch die virtualisierte Infrastruktur werden Sizing-Risiken vermieden und die Leistungsfähigkeit der Systeme kann spontan dem jeweiligen Kundenbedarf angepasst werden. Wir kümmern uns dabei nicht nur um den Infrastruktur- und SAP-Basis-Betrieb, sondern auf Wunsch auch um das Application Management, also die Pflege der SAP-Anwendungen. Zusätzlich bieten wir unseren Kunden an, den Release-Upgrade ihrer SAP-Systeme durchzuführen – auch in einem Schritt mit einer Überführung in ein Flexible Hosting für SAP Modell. Viele Kunden müssen derzeit ihre Altreleases – primär 4.6C – auf einen aktuellen Stand bringen. Diesen Upgrade übernehmen wir für unsere Kunden vollständig oder unterstützen sie wahlweise im Upgrade-Projekt. Für unsere Kunden ist es ein bedeutender Vorteil, wenn die gleichen Fachleute, die ihre Systeme betreiben, mit ihrem umfangreichen Wissen über die Kundensysteme auch die SAP-Upgrades durchführen. Das haben wir schon in einer ganzen Reihe erfolgreicher Upgrade-Projekte bewiesen.
Mit Standards zur individuellen Lösung
IBM realisiert Industrielösungen auf Basis von SAP SOA
Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für die Erweiterung ihrer SAP-Standard-Lösung auf Basis von SOA. Sie können trotzdem auf individuelle Prozessabläufe und rollenspezifische Lösungen abbilden, ohne die Releasefähigkeit der SAP-Standard-Systeme zu verlieren. Mit der Arbeit ohne Systembrüche lassen sich die Produktivität der Mitarbeiter steigern und die Kosten bzw. die Prozessdurchlaufzeiten verringern.
Von Axel Baumgartl, Senior Managing Consultant, IBM Global Business Services
Bei der Entwicklung zukünftiger Releases setzt SAP auf SOA als Erweiterungskonzept für die derzeitige SAP Business Suite. Diese Strategie in Richtung Business Process Plattform (BPP) soll es ermöglichen, End-to-End-Prozesse systemübergreifend abzubilden. Basis dafür sind Enterprise Services, welche die bestehenden Funktionalitäten der Business Suite auf Basis von Webservice-Technologie zu Verfügung stellen.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist die Entwicklung zur Erweiterung industriespezifischer Prozesse. IBM als einer der größten SAP-Implementierungspartner hat die ersten industriespezifischen Lösungen auf Basis von Enterprise Services entwickelt. Dabei entwickelt IBM eigene Enterprise Services, welche die nötigen Funktionen als Standard bieten und den Governance-Strukturen von SAP zur Verfügung gestellten Enterprise Services entsprechen. Ein Beispiel für eine von IBM entwickelte Industrielösung ist die Umsetzung des Gewährleistungprozesses aus der Automobilindustrie. Eine Untersuchung verschiedener Automobilhersteller hat ergeben, dass bis zu 3% der Produktkosten für Gewährleistungen aufgewendet werden. Die meisten Schwierigkeiten bringen lange Problemlösungszeiten, niedrige Effizienz durch verteilte IT Systeme und hohe Kosten durch falsche Gewährleistungsansprüche oder falsch getauschte Ersatzteile. Ziel der IBM-Lösung ist die Senkung dieser Kosten, durch Prozessvereinfachung, verkürzte Durchlaufzeiten und eine Erhöhung der Kundenzufriedenheit. IBM verwendet die für serviceorientierte Lösungen entwickelte Implementierungsmethode Ascendent for SOA, die auf Basis von ASAP und SAPs Transformation Method for SOA entwickelt wurde und so Best Practices nutzt und IBM-Methoden erweitert. Beim Verwirklichen der Lösungen wurde auf die neueste Plattform gesetzt. So hat IBM eine der ersten Industrielösungen auf Basis der neuen NetWeaver-Plattform entwickelt. Diese ermöglicht dem Händler, seine Gewährleistungsanprüche direkt an das OEM-System zu übergeben. Damit ist der Sachbearbeiter beim Hersteller in der Lage, diese in Echtzeit zu bearbeiten oder an den Lieferanten weiterzuleiten. Der komplette Workflow wird systemübergreifend gesteuert und ermöglich den Automobilherstellern, den Prozess unter Einbindung der Händler und Lieferanten abzubilden. Durch die Standardbasis gewährleistet das System auch Sicherheit für künftige SAP Releases.
Auch bei Versicherungen setzt IBM konsequent auf die Nutzung von SOA als Erweiterung von SAP-Implementierung. Da immer mehr Unternehmen der Versicherungsindustrie im Bereich Inkasso/Exkasso auf SAP als Standardlösung setzen, hat IBM verschiedene Szenarien mit Kunden untersucht und die benötigten Enterprise Services identifiziert. Schwerpunkt ist unter anderem die Integration der Inkassofunktionen in die Bestandssysteme sowie die Nutzung von Enterprise Services durch verschiedene Rollen bzw. Frontends. Das ermöglicht es zukünftigen Kunden, auf eine SOA Referenzarchitektur zurückzugreifen und diese Best Practices für ihre Inkasso/Exkassolösungen zu nutzen.
Tief Luft holen
Die flexible Infrastruktur für SAP-SOA-Landschaften
Eine häufige Frage von Kunden im IBM SAP Competence Center lautet: „Wie bereite ich mich seitens meiner IT-Infrastruktur auf SAP SOA vor?“ Themen wie SOA, Cloud-Computing oder Green-IT finden langsam Einzug in die Rechenzentren.
Von Irene Hopf, Senior IT Architect, IBM SAP Int. Competence-Center, Walldorf
Viele wichtige und innovative Themen landen momentan auf den Schreibtischen der CIOs, wobei die Betreiber der SAP-Systeme mit den alltäglichen Aufgaben wie Fixpacks, Patches, Enhancement-Packages oder Upgrades zu kämpfen haben. Wenn aber die Weichen rechtzeitig in Richtung flexible IT-Infrastrukturen und die Nutzung von etablierten Virtualisierungstechniken wie z. B. IBM PowerVM gestellt werden, wird der Weg in Richtung SOA geebnet.
Gerade bei SOA ist eine flexible, hochverfügbare Infrastruktur kritisch, da voneinander abhängige Prozesse aus verschiedenen Systemkomponenten genutzt werden. Die Herausforderungen bleiben dennoch die gleichen: Welche Services brauche ich für meine Geschäftsprozesse? Wo kommen sie her (Provisioning) und wo werden sie genutzt (Composition)? Welche oder besser wie viele IT-Ressourcen brauche ich für die einzelnen Komponenten?
Schon befinden wir uns wieder in der bekannten Sizing-Diskussion. Es ist nach wie vor eine Gleichung mit zwei Seiten, bei der die Schätzung der Last einerseits einer Kapazitätszahl eines IT-Systems andererseits gegenübergestellt wird. Beide Seiten der Gleichung werden in SAPS (SAP Application Performance Standard) ausgedrückt. Die beiden Seiten unterscheiden sich allerdings stark in der Genauigkeitsgüte.
Die Lastabschätzung ist typischerweise ungenau, da die Eingabeparameter nicht oder unvollständig bekannt sind. Hier sind Schwankungen im Bereich von Faktoren möglich. Dagegen kann die Kapazitätszahl eines IT Systems, die mittels des SAP SD Standard Application Benchmarks ermittelt wird, genau gemessen werden. Im Fall des SD (Sales & Distribution)-Benchmarks werden automatisch sechs Vertriebstransaktionen von möglichst vielen Benutzern auf einem physikalischen HW-System kontinuierlich simuliert, und so eine Performancekennzahl (SAPS) ermittelt.
Die Effekte der Konsolidierung durch IBM Virtualisierungstechnologien können sich mit vielen SAP-Komponenten auf einem IT-System hervorragend ergänzen und die Sizing-Problematik entschärfen. Die SAP-Instanzen werden jeweils in einer eigenen logischen Partition (shared processor LPAR) installiert. Eine logische Partition ist wie ein eigenständiger (virtueller) Server zu verstehen, auf dem eine dedizierte Betriebssysteminstanz betrieben wird und dem CPU- und Hauptspeicher-Ressourcen zugeordnet sind. Des Weiteren stellen virtuelle IO Server (VIOS) den LPARs die notwendigen I/O Komponenten zur Verfügung, die den Zugriff auf einen zentralen Datenspeicher und das Kommunikationsnetzwerk sicherstellen.
Die LPAR reagiert innerhalb von Millisekunden automatisch und dynamisch auf Lastschwankungen. Es wirkt wie das „Atmen“ eigener, voneinander unabhängiger Systemteile, verwaltet durch die hardwarenahe, schlanke Schicht des IBM Power Hypervisors. Dadurch, dass Hochlastzeiten und kurzfristige Lastspitzen typischerweise zu unterschiedlichen Zeiten auftreten, kann ein IBM-System, auf dem mehrere SAP-Komponenten nebeneinander in eigenen LPARs betrieben werden, höher belastet werden, als wenn alle Ressourcen immer nur einer SAP-Instanz zur Verfügung stehen und in Niedriglastzeiten die restliche Kapazität ungenutzt bleibt.
Verschiedene Kundenstudien zeigen mögliche Overcommitment-Faktoren zwischen 1,5 und 4. Ein Overcommitment-Faktor von 2 ist dabei folgendermaßen zu verstehen: für z. B. zehn SAP-Systeme, die klassisch zehn Server mit jeweils 2000 SAPS erfordern würden, also 20.000 SAPS in Summe, ist es möglich, mit IBM PowerVM mit nur 10.000 SAPS in einer voll virtualisierten Umgebung auszukommen (alle LPARs definiert als shared und uncapped). Dies liefert dem IT Service Provider ein Instrument, um auf die Anforderungen der Fachabteilungen flexibel und schnell zu reagieren.
Die IBM Virtualisierungstechnologien sind seit langem bewährt und von der SAP in vollem Maße unterstützt. Im SAP CCMS können Monitoringdaten der verschiedenen SAP-Instanzen, die in logischen Partitionen laufen, detailliert überwacht werden (SAP Note 994025 und 1131691). Die Beispiele, die im vorangegangenen Artikel „IBM realisiert Industrielösungen auf Basis von SAP SOA“ beschrieben wurden, passen genau in eine virtualisierte IBM Infrastruktur, wie oben erläutert. Die Fachfunktionen im Unternehmen können sich auf die IT als Partner verlassen, da wachsende SOA-Landschaften verlässlich auf einer virtualisierten IBM Infrastruktur laufen.
VW Financial Services AG setzt auf IBM
Volkswagen Financial Services AG modernisiert mit Hilfe von IBM GBS seine ERP-Plattform auf SAP ERP 6.0 und steigt auf Unicode um
Die Volkswagen Financial Services AG (VW FS), die Finanzdienstleistungstochter der Volkswagen AG, hat gemeinsam mit IBM Global Business Services (GBS) seine ERP Plattform SAP FS-Mastersystem auf SAP ERP 6.0 und Unicode umgestellt. Im Rahmen des IT-Projekts „Upgrade SAP FS-Master“ legt VW FS damit den Grundstein für die Erneuerung seiner IT-Infrastruktur.
Der Finanzdienstleistungsbereich wächst sehr stark und wird zunehmend globalisiert. Darauf müssen wir unsere IT-Systeme noch besser einstellen, sagt Bernhard Mattmüller, Abteilungsleiter Enterprise Management und Support Systeme bei Volkswagen Financial Services (VW FS). „Upgrades und Unicode-Enabling sind für uns kein ‚nice to have’, sondern ermöglichen unseren Business Units die Nutzung neuer Funktionalitäten und internationale Kundenkommunikation. Erhöhte Kosten in der erweiterten Wartung und Risiken zum Wartungsende 2009 waren für uns weitere Argumente für das Upgrade“, ergänzt Stephan Woffleben, IT-Projektleiter bei VW FS. Gemeinsam mit VW FS hat IBM GBS die Systeme des Finanzdienstleisters fit gemacht für die zukunftsfähige Abbildung von Multi-GAAP-Accounting, Segment-Reporting, Fast Close, den Marktauftritt in außereuropäischen Ländern und für Java basierende Anwendungen. VW FS unterstützt mit dem modernisierten SAP FS Mastersystem die Prozesse im Rechnungswesen seiner Business Units in zehn Ländern. Auf Basis der strategischen SAP-Plattform haben die Geschäftsbereiche Zugriff auf mehr als 2700 Eigenentwicklungen, die ihre Geschäftsprozesse unterstützen. Das mehr als 1,8 Terabyte große SAP FS-Mastersystem kommuniziert über Schnittstellen mit mehr als 30 Unicode- und Non-Unicode-Systemen im Konzern.
Zuverlässiges Testverfahren
war besonders wichtig
Der erfolgreiche Rollout des Systems war im Mai 2008 im so genannten kombinierten „CU&UC“-Verfahren (Combined Upgrade & Unicode Conversion) und in drei separaten Schritten. Die weitgehend downtime-optimierte Gesamtumstellung dauerte mit Hilfe von zeitweise doppelter Hardware etwa 80 Stunden.
„Technische Laufzeiten, die Umstellung von Eigenentwicklungen und Schnittstellen sowie die Wortschatzpflege waren die zentralen Themen in unserem neunmonatigen Projekt“, sagt Hans-Christian Wehmeyer, Partner bei IBM GBS. „Deshalb war es besonders wichtig, gemeinsam mit Volkswagen Financial Services ein zuverlässiges Testverfahren, aggressive Belegreorganisation sowie ein Bank-Notfallkonzept für Verzögerungen zu erarbeiten.“
63 Prozent betreiben
noch ein E/3 Release
Mit SAP ERP 6.0 (EhP3)/Unicode verfügt VW FS nun über eine moderne ERP-Plattform, eine langfristige Lösung, die bis 2013 stabil bleiben soll. 63 Prozent der DSAG-Unternehmen betreiben derzeit noch ein SAP R/3 Release. Der Vertrag mit Volkswagen Financial Services AG wurde im Jahr 2007 unterzeichnet. Der Rollout wurde im Mai 2008 erfolgreich abgeschlossen.
Die Volkswagen Financial Services AG (VW FS) ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen AG und hat ihren Sitz in Braunschweig. Sie ist zuständig für die Koordination der weltweiten Finanzdienstleistungsaktivitäten des Volkswagen Konzerns. Im europäischen und asiatisch-pazifischen Raum steuert VW FS das operative Geschäft direkt über Tochtergesellschaften. In Nord- und Südamerika legt VW FS die Richtlinien fest. Mit seiner reichhaltigen Palette an Finanzdienstleistungen stärkt das Unternehmen die Bindung der Kunden an die Konzernmarken. Hierdurch leistet VW FS einen wichtigen Beitrag zur Absatzförderung und -sicherung des Konzerns.
Die Volkswagen Financial Services AG ist der größte automobile Finanzdienstleister in Europa und erreichte im Jahr 2007 eine Bilanzsumme von über 52 Milliarden Euro. Zurzeit arbeiten für die Volkswagen Financial Services AG weltweit über 6000 Beschäftigte, davon rund 3900 Mitarbeiter allein in Deutschland.
Antwortzeiten um bis zu 500 Prozent optimiert
IBM System Solution for SAP NetWeaver BI Accelerator
Durch die Einführung des IBM Systems Solution for SAP NetWeaver BI Accelerator verbesserten sich die Antwortzeiten erheblich. Die Daten können jetzt flexibel, schnell und mit einem geringeren Verwaltungsaufwand analysiert werden. In dieser technischen Kurzinformation wird ein Projekt zur Verkürzung der Antwortzeiten von BI-Abfragen bei WACKER vorgestellt.
WACKER verwendet schon seit einigen Jahren SAP-Software, unter anderem die SAP Data-Warehouse-Lösung zur Unterstützung von Geschäftsentscheidungen. SAP NetWeaver BI wird auf einer SUN/Solaris-Plattform mit einer ORACLE-10-Datenbank mit einem Volumen von ungefähr 1,9 Terabyte ausgeführt. Das SAP-NetWeaver-Business-Intelligence-System wird von verschiedenen unternehmensinternen Benutzergruppen in Europa, Asien, Nord- und Südamerika genutzt. Für das Management der verschiedenen Geschäftsbereiche an allen Standorten weltweit verwendet WACKER SAP R/3 Enterprise. Die Berichtsfunktion von SAP NetWeaver BI wird für alle innerbetrieblichen Bereiche und für das Extranet eingesetzt. Mit der zunehmenden Nutzung von Business Intelligence als zentralem Geschäftstool wurde der Zeitfaktor, bis Ergebnisse vorlagen, immer wichtiger. WACKER musste die Abfrageleistung steigern und die mögliche Anzahl gleichzeitig angemeldeter Benutzer erhöhen.
Projektbeschreibung
Die Planung für die Business Intelligence Accelerator Solution bei WACKER startete 2006 nach einer Vorführung des SAP NetWeaver Business Intelligence Accelerators in München. IBM reichte das Angebot im August 2006 ein. Nach einem ersten Informationsgespräch begann das System Sizing. Derzeit wird das SAP NetWeaver Business Intelligence System auf Hardware betrieben, die nicht von IBM stammt.
Anfangs gab es Unsicherheiten bei der Business-Intelligence-Umgebung, zum Beispiel konnten die Leistungsverbesserungen des BI Accelerators nicht vorhergesagt werden. WACKER stimmte einem Proof of Concept zu, welches im Januar 2007 begann. Die empfohlene Infrastruktur bestand aus der kleinen Konfiguration. IBM und WACKER legten gemeinsam die Abnahmekriterien fest und WACKER verpflichtete sich bei erreichen der Ziele, die Lösung zu kaufen.
Das Proof of Concept wurde mit der Unterstützung von IBM Global Technology Services und dem Team von IBM System x durchgeführt. Alle Kriterien wurden erfüllt oder übertroffen und IBM erhielt den Auftrag für zwei IBM System Solutions for SAP BI Accelerator: eine für die Produktion und eine für Tests und Qualitätssicherung.
Der IBM Premier Business Partner PROFI übernahm die gesamte Logistik, während IBM Global Technology Services für die Lieferung und Installation der IBM Systems Solution for SAP NetWeaver BI Accelerator zuständig war.
WACKER bestimmte 16 Abfragen in den Bereichen Einkauf, Produktion, Disposition und Vertrieb in SAP SCM und ermittelte die bestehende Leistung. Diese 16 Abfragen wurden als Benchmarks für die Implementierung der IBM Systems Solution for SAP NetWeaver BI Accelerator genommen. Innerhalb des ersten Monats der Prüfung des Systems im Betrieb entschied WACKER, diese Lösung zu implementieren.
Die Lösung auf einen Blick
Der IBM BladeCenter integriert mehrere IT-Ressourcen in einem kostengünstigen Einschub mit hoher Packungsdichte. Der BladeCenter H überzeugt mit geringem Stromverbrauch, hoher Leistung und weiten Skalierungsmöglichkeiten, die größtmöglichen Nutzen aus dem SAP NetWeaver BI Accelerator ziehen lassen. Die Lösung von WACKER ist mit Dual-Core Intel Xeon Blade-Servern ausgestattet und bietet so zukunftsweisende Leistung und Effizienz für den SAP BI Accelerator. Der IBM System Storage DS4700 Express verfügt über hochleistungsfähige 4-Gbit/s-FC-Verbindungen sowie über ausgeklügelte Systemmanagement-, Datenmanagement- und Datenschutzfunktionalitäten. Alle Verzeichnisse des BI Accelerators werden auf dem DS4700 gespeichert und können daher schnell in den Arbeitsspeicher der HS21-Blade-Server geladen werden.
Mit IBM GPFS werden höhere Leistungswerte erzielt, Daten werden auf verschiedenen IBM-Platten und -Servern parallel gelesen und geschrieben. Da die Daten auf mehreren Platten oder Servern gespeichert sind, wird so auch die Widerstandsfähigkeit des BI Accelerators gegen Fehler weiter gesteigert. IBM GPFS ist ein zentrales Element für die äußerst hohe Leistung des SAP BI Accelerators bei sehr schnellem Datenzugriff und außergewöhnlichem Verwaltungskomfort. Aufgrund der Hochverfügbarkeitsfunktionen ist IBM GPFS die ideale Lösung für Umgebungen wie BI Accelerator, über die rund um die Uhr auf Daten zugegriffen wird.
IBM Systems Solution for SAP NetWeaver BI Accelerator wird unter SUSE Linux Enterprise Server auf den IBM HS21 Blade Servern betrieben. Mit der auf Großunternehmen abgestimmten Unterstützung von Novell wird höchste Leistung und nahezu lineare Skalierbarkeit erreicht.
Die IBM Systems Solution for SAP NetWeaver BI Accelerator kann nahtlos in bestehende Umgebungen integriert werden. Zur Lieferung stehen auf ein breites Spektrum von Kundenumgebungen zugeschnittene, vordefinierte Standardkonfigurationen zur Verfügung. Alle Komponenten werden intensiv von SAP und IBM getestet. Die Lösung kann für ausgewählte InfoCubes aktiviert werden, ohne dass dazu Änderungen an InfoCubes, DataSources oder Abfragen innerhalb von SAP NetWeaver BI erforderlich werden. Die einzige Voraussetzung für die Implementierung dieser Technologie ist SAP NetWeaver BI 7.0.
Nach Durchsicht der Präsentationen von SAP, die beträchtliche Leistungssteigerungen versprachen, wollte man bei WACKER, vor der Entscheidung über die Investition, den Nachweis des technischen und geschäftlichen Nutzens.
IBM konnte seine Kompetenz anhand einer Installation demonstrieren, die belegte, dass mit der IBM-Lösung das Leistungsverhalten von BI-Abfragen deutlich gesteigert wird. Zum Teil geht diese Leistungssteigerung auf die Implementierung des General Parallel File Systems (GPFS) als einer Komponente der IBM-Lösung zurück. IBM GPFS wurde speziell für hochleistungsfähige Anwendungen zur Datenverarbeitung entwickelt und nutzt ein dediziertes Fibre-Channel-basiertes Speichernetzwerk, um für ein besseres Leistungsverhalten zu sorgen. Das IBM-Konzept überzeugte mit fünfmal kürzeren Antwortzeiten bei Abfragen gegen Datenverbunde und fünfzigmal kürzeren Antwortzeiten bei Abfragen gegen die InfoCubes des SAP BI-Systems.
Deshalb fiel bei WACKER die Entscheidung für die IBM Systems-Lösung SAP NetWeaver BI Accelerator. Für den Anfang wählte WACKER die kleine, aus drei Blades bestehende „S“-Konfiguration für die Nutzung im Produktionsumfeld. Einer dieser Blades steht als Standby bereit, um vor möglichen Ausfallzeiten geschützt zu sein.
Infrastruktur der Lösung
Für Test- und Entwicklungszwecke nutzte WACKER ein zusätzliches System, das aus zwei HS21-Blades bestand und als Ausweichsystem im Falle eines Ausfalls des Produktionssystems implementiert wurde. WACKER betreibt zwei Rechenzentren, von denen eines die Test- und Entwicklungsumgebung und das andere das in Clustern zusammengefasste Produktionssystem für SAP NetWeaver BI und IBM Systems Solution for SAP NetWeaver BI Accelerator 7.0 beherbergt.
Weltweit führen ungefähr 2000 Benutzer aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen innerhalb von WACKER Abfragen in SAP NetWeaver BI durch. Insgesamt wurden 103 BI-InfoCubes indexiert und Abfragen gegen diese InfoCubes werden von IBM Systems Solution for SAP NetWeaver BI Accelerator verarbeitet. Durch die Implementierung der IBM Solution for SAP BI Accelerator wurde die Abfrageleistung gegenüber der systemeigenen Leistung bei BI-Abfragen ohne Datenverbunde um 14 bis 500 Prozent gesteigert.
Services
Bei der Implementierung entschloss sich WACKER zu einer Zusammenarbeit mit IBM Global Technology Services und PROFI, einem IBM-Premier-Business-Partner.
Die wichtigsten Aufgaben waren die Planung und Dimensionierung der IBM Systems Solution for SAP NetWeaver BI Accelerator 7.0, die Implementierung der kompletten Lösung am Kundenstandort und die Verknüpfung mit der bestehenden SAP NetWeaver BI-Komponente. Das gesamte Projekt wurde innerhalb des gesetzten Zeit- und Kostenrahmens implementiert und in Betrieb genommen.
Projektergebnisse
Das Projekt ist ein großer Erfolg für WACKER und wird jetzt auf mehr Benutzer ausgedehnt. Daher erweitert der Kunde die ursprüngliche Installation und fügt weitere Blades und Platten hinzu. Inzwischen wurden die Systeme für die Produktion und für Tests/Qualitätskontrolle mit jeweils zwei weiteren Blades aufgerüstet. Wegen der einfachen Skalierbarkeit ist die IBM-Lösung die ideale Plattform, wenn die Mengen geschäftskritischer Daten anwachsen und immer mehr Benutzer zur Analyse der Geschätsdaten darauf zugreifen müssen.
Die Integration in die bestehende Infrastruktur von WACKER war einfach und die Leistungssteigerung so überzeugend, dass die Lösung innerhalb kürzester Frist in Produktion genommen wurde. Pläne für die weitere Verbesserung der Berichtsfunktionen für die Unternehmensführung mit SAP NetWeaver BI sowie den weiteren Ausbau der IBM Lösung für BI Accelerator werden derzeit erwogen.
SAP ERP und SCM Upgrade an nur einem Wochenende
Transformation europaweiter Zusammenarbeit mit Unterstützung von SAP und IBM
Panasonic Europe rüstete die SAP-Anwenderlandschaft auf. Für eine vollständige Sprachunterstützung musste das Unternehmen seine Systeme binnen sechs Monaten einschließlich Unicode-Konvertierung aufrüsten. Für diesen knapp bemessenen Zeitraum waren die SAP Consulting, Upgrade Factory und IBM Global Services die richtigen Partner.
Die europäischen Vertretungen von Panasonic waren ursprünglich auf nationaler Basis angeordnet, wobei in jedem Land eigene IT-Systeme zum Einsatz kamen. Dadurch war es für die einzelnen Niederlassungen schwierig, zusammenzuarbeiten. Deshalb entschied sich das Unternehmen für die Umstellung auf ein gemeinsam genutztes ERP-System. Zwischen 2001 und 2006 implementierte Panasonic eine zentrale SAP R/3 Umgebung in Nord-, West- und Südeuropa. „Unsere vorhandene Umgebung war nicht in der Lage, Unicode zu unterstützen. Das war der ausschlaggebende Faktor bei unserer Entscheidung für ein Upgrade“, erklärt Eckhard Kloth, CIO bei Panasonic Europe. „Wir wussten außerdem, dass in naher Zukunft ein Upgrade auf SAP ERP 6.0 ratsam wäre, um Supportprobleme zu vermeiden. Wir wollten Partner finden, die uns bei der raschen Durchführung des Upgrades, noch vor dem Weihnachtsgeschäft, unterstützen, und die uns außerdem in die Lage versetzen sollten, unseren anstehenden SAP Rollout für Osteuropa im Frühjahr durchführen zu können.
Aufbau einer Partnerschaft
Panasonic Europe verglich verschiedene Anbieter, bevor sich das Unternehmen zur Zusammenarbeit mit SAP Consulting und IBM Global Services entschloss – Panasonic arbeitet schon seit vielen Jahren mit SAP und IBM zusammen. Zu den Vorteilen dieser Geschäftsbeziehung gehört das fundierte Wissen von SAP und IBM über die bei Panasonic eingesetzten Technologien und über das Unternehmen. „Unsere IT-Landschaft ist hoch komplex und der ehrgeizige Zeitplan sah die Implementierung des Upgrades in nur sechs Monaten vor, um das Weihnachtsgeschäft nicht zu gefährden. Unter diesen Voraussetzungen kamen nur zwei Partner für dieses Projekt in Frage: SAP und IBM. Wir wollten die Stärken beider Unternehmen kombinieren“, erläutert Rainer Kattoll, Projektleiter bei Panasonic.
Zur Vorbereitung des Projekts erarbeiteten IBM und SAP mit Hilfe des Servicepakets SAP Quick Upgrade Evaluation der SAP Upgrade Factory eine Schätzung des erforderlichen Zeit- und Kostenaufwands für den Upgrade, um Panasonic einen Festkostenplan vorlegen zu können. Die Projektteams von SAP und IBM analysierten die Systemlandschaft im Zuge mehrerer Workshops und Gespräche mit dem IT-Team und den Endbenutzern bei Panasonic und setzten zudem IT-Tools mit hoher Analysekapazität ein. Auf Basis der so gewonnenen Ergebnisse entwickelten die Berater das ERP- und SCM-Upgradeprojekt und passten es an die Anforderungen von Panasonic an. Dadurch konnten sich die IT-Verantwortlichen bei Panasonic einen Überblick über die künftige Softwarearchitektur verschaffen und die Komponenten von SAP ERP 6.0 und SCM 5.0 noch vor ihrer Implementierung testen. Der Upgrade wurde mit Hilfe der SAP Upgrade Factory von SAP Consulting in nur sechs Monaten abgeschlossen. Während der Frühphasen des Projekts führte die SAP Upgrade Factory eine Analyse der IT-Landschaft durch, um einen Festkostenplan für das Projekt bereitzustellen. Nach dieser Analyse bestätigte SAP Consulting, dass das Projekt in sechs Monaten realisiert werden kann.
Herausragende Teamarbeit
„Mit der SAP Upgrade Factory konnten wir unser Projekt in kurzer Zeit und zu einem vernünftigen Preis verwirklichen. Diese Kombination bietet uns nur Vorteile“, sagt Eckhard Kloth, CIO bei Panasonic Europe. Die IBM-Teams arbeiteten eng mit den SAP-Teams zusammen. Sie benutzten eine Kombination aus Ressourcen im In- und Ausland, um das Projekt schnell und kostengünstig durchzuführen. IBM Global Services stellte Application Management Services bereit und entwarf 1700 Testfälle für mehr als 170 Schnittstellen auf insgesamt 60 Systemen. Anhand dieser Tests konnte sichergestellt werden, dass die neue Umgebung die von Panasonic benötigte Leistung und Zuverlässigkeit bieten würde. Die SAP lieferte das nötige technische Know-how auf Grundlage eines bewährten Verfahrens. Die SAP Upgrade Factory war außerdem für das technische Upgrade, für Modifikations- und Objektanpassungen sowie die Unicode-Unterstützung verantwortlich.
„Die Zusammenarbeit zwischen IBM, SAP und unserer IT-Abteilung war großartig“, sagt Rainer Kattoll. „Die Koordination der Teams im In- und Ausland für eine schnelle Ausführung der Tests war eine komplexe Aufgabe, die das Team kompetent erledigte.“
Upgrade während
eines Wochenendes
Der Upgrade und die Unicode-Konvertierung wurden an nur einem Wochenende durchgeführt. Die Produktion wurde an einem Freitagabend heruntergefahren und am Sonntagnachmittag nach der Implementierung wieder live geschalten. Der Upgrade der Anwendungen SAP ERP und SAP SCM (APO) wurde innerhalb der veranschlagten Zeit durchgeführt und hatte keine ungeplante Unterbrechung des regulären Geschäftsbetriebs zur Folge. IBM Global Services trug mit profundem Prozess-Know-how zur Lösung der komplexen und zeitkritischen Probleme im Zusammenhang mit der Anbindung der neuen Anwendungen bei. IBM stellte unter anderem Ressourcen zur Unterstützung der temporären Anwendungslandschaften bereit, während die einzelnen komplexen Upgradeschritte ausgeführt wurden. Der Upgrade der 2 TB großen Oracle-Datenbank auf Unicode konnte innerhalb von nur zehn Stunden erfolgreich abgeschlossen werden – dank der starken technischen Unterstützung von IBM Global Services.
„Durch die Zusammenarbeit mit IBM und SAP profitierten wir von den Stärken beider Unternehmen. Aus dem technischen Wissen des SAP-Teams und dem exzellenten Verständnis des IBM-Teams für Aspekte des täglichen Geschäfts und zeitkritische Schnittstellen ergab sich eine starke Kombination. Mehr als 120 Mitarbeiter von Panasonic, SAP und IBM arbeiteten erfolgreich im Team zusammen und konnten die Umstellung an nur einem Wochenende bewerkstelligen“, berichtet Eckhard Kloth.
Nutzung von
Outsourcing-Ressourcen
IBM Global Services unterstützte Panasonic bei der Implementierung der SAP Anwendungen auf drei IBM-Power-Systems-Servern – für die SAP-Kernanwendungen werden zwei p5-570-Server eingesetzt, während SAP APO auf einem separaten Server ausgeführt wird. IBM Global Services betreibt diese Maschinen in zwei Rechenzentren in Schweinfurt und stellt Panasonic so eine komplette Restore-/Recovery-Lösung zum Schutz der geschäftskritischen Systeme des Unternehmens zur Verfügung.
„Die Kombination aus der IBM-Power-Systems-Hardwareinfrastruktur mit den innovativen Funktionen von SAP ERP 6.0 verschafft uns eine höchst flexible ERP-Umgebung, die rasch auf veränderte Kundenanforderungen, Markttrends und geschäftliche Erfordernisse reagieren kann“, erläutert Rainer Kattoll. „Die Power-Systems-Server sind sehr zuverlässig und bieten hervorragende Leistung. Während der Umstellung konnten wir mit Hilfe dieser Server die gesamte Datenbank in nur zehn Stunden auf Unicode konvertieren. Wir freuen uns schon auf den Upgrade auf POWER6-Technologie, weil wir dann die Flexibilität der Virtualisierungstechnologien von PowerVM nutzen und die Betriebskosten durch mehr Energieeffizienz und geringere Lizenzkosten senken können.“
Für die täglichen Aufgaben im Rahmen der Wartung und des Betriebs seiner Server sowie die Ausführung der Sicherungs- und Archivierungsprozesse nutzt Panasonic die Strategic Outsourcing Services von IBM Global Services. So kann sich das IT-Team von Panasonic auf strategisch wichtige Aufgaben konzentrieren, da IBM ihm Routineaufgaben im Bereich der Administration abnimmt.
Panasonic Europe hat auch den Betrieb und die Entwicklung des Großteils seiner SAP-Anwendungen an IBM Global Services ausgelagert. Das für Application Management Services zuständige Team von IBM Global Services nutzt Ressourcen in Deutschland und Indien und kann Panasonic somit qualitativ hochwertigen Service bieten, während die Betriebskosten möglichst niedrig gehalten werden. „Die Auslagerung der täglichen Aufgaben des IT-Betriebs an IBM hat sich als ausgezeichnete Entscheidung erwiesen“, sagt Eckhard Kloth. „Wir haben eine enge Beziehung zu den IBM-Teams aufgebaut, die auf schneller Kommunikation basiert, und die IBM-Teams halten unsere Service-Level-Agreements konsequent ein. IBM ist zu einem verlässlichen strategischen Business- und Consulting-Partner geworden, wobei die Mitarbeiter in Europa als zentrale Anlaufstelle für IT-Support für alle Geschäftsbereiche und Länder fungieren.“
Effektives Teamwork,
exzellente Ergebnisse
Nachdem die neue SAP Anwendungsumgebung eingerichtet worden war, konnte Panasonic Europe den Rollout in Osteuropa in Angriff nehmen.
„Da wir jetzt in ganz Europa dieselbe SAP-Anwendungslandschaft einsetzen, ist es sehr viel einfacher geworden, unsere Maßnahmen zu koordinieren und die Effizienz zu steigern. Dank IBM und SAP Consulting verfügen wir jetzt über eine ERP-Plattform, die unsere Geschäftsanforderungen in den nächsten Jahren in ganz Europa unterstützen wird“, schließt Eckhard Kloth.
Next Generation Upgrade
ERP 6.0 Upgrade und Unicode-Konvertierung gehen Hand in Hand
SAP-Bestandskunden auf der Fach- als auch auf der IT-Seite sehen sich aktuell mit neuen Herausforderungen und tiefgreifenden Änderungen konfrontiert Das neue Release ERP 6.0 setzt neue Maßstäbe in Funktionalität und Architektur.
Strategisch hat SAP den Unicode-Standard im ERP-Umfeld etabliert, dieser wird mittelfristig die bestehenden und nur eingeschränkt verträglichen Zeichensätze (Codepages) auf Datenbankebene ablösen. Die klassischen, immer noch weit verbreiteten R/3-Releases werden nur noch eingeschränkt gewartet. Zur Zeit nutzen noch ca. 63 Prozent der DSAG-Mitgliedsunternehmen ein R/3-Release. Das Release SAP 4.6C wird im Dezember 2010 aus der Standardwartung laufen. Die restlichen R/3-Releases folgen bis März 2013. Die Wartung dieser Releases ist somit mittelfristig nicht mehr sichergestellt und zwingt die Anwender, sich aktuell und nachhaltig mit den Handlungsoptionen auseinanderzusetzen. Das aktuelle Release ERP 6.0 gilt - als empfohlenes Zielrelease eines Upgrades - langfristig stabil bis 2016. Mit ERP 6.0 setzt SAP einen neuen Standard in Funktionalität und technischer Plattform. Die klassischen Module (FI, CO, MM, etc) werden in einem langfristig stabilen Kern, dem ECC (Enterprise Central Component), gebündelt. Wesentliche Neuerung bildet hier das „Neue Hauptbuch“ inkl. der erforderlichen Migrationswerkzeuge und der angekündigten „Industry Templates“. Zudem erfüllt ERP 6.0 die technische Voraussetzung für die SEPA–Standards (Single Euro Payments Area).
Unicode schafft eine
einheitliche Sprachbasis
Die Darstellung internationaler Zeichen im SAP-Umfeld durch die Verwendung von unterschiedlichen Zeichensätzen führt zwangsläufig sowohl zu Einschränkungen in der Darstellung und Abwicklung globaler Geschäftsprozesse als auch zu einer Reglementierung in der Nutzung moderner, meist webbasierter Technologien. In mehrsprachigen Systemen kann die aktuelle Praxis zudem zu Dateninkonsistenzen führen, da Zeichen je nach Definition zu einer unterschiedlichen Darstellung bei Verwendung einer abweichenden Codepage führen. Dieser Entwicklung trägt SAP durch die Einführung des Unicode-Standards Rechnung. Das Nachfolgerelease zu ERP 6.0 wird auf Unicode basieren. Für bestimmte Systemkonstellationen, z. B. die Nutzung unterschiedlicher Zeichensätze, wird die Unicode-Konvertierung schon mit dem Upgrade auf ERP 6.0 zwingend erforderlich, da diese Systeme durch SAP im neuen Release nicht mehr uneingeschränkt unterstützt werden. Neben den Handlungsoptionen ergibt sich demnach für viele Anwender ein Handlungszwang.
Was ist Unicode?
Unicode ist ein internationaler Standard, in dem langfristig für jedes sinntragende Zeichen bzw. Textelement aller bekannten Schriftkulturen und Zeichensysteme ein digitaler Code festgelegt wird. Herkömmliche Zeichensysteme – so auch die durch SAP verwendeten Codepages – umfassen entweder einen Zeichenvorrat von 128 Zeichen (wie der weit verbreitete ASCII-Standard) oder 256 Zeichen (wie z. B. ISO Latin-1, der westeuropäische Zeichensatz). In der Unicode-Philosophie hingegen finden die wichtigsten Industrie-Standard-Zeichensätze eine 1:1-Entsprechung. In der verbreiteten UTF-8-Ausprägung werden insgesamt 1,114.112 Zeichen abgebildet.
Eine Unicode-Umstellung ermöglicht SAP-Anwendern die umfassende Globalisierung der Geschäftsprozesse. Zum einen können geschäftliche Anforderungen an die Kundenkorrespondenz bzgl. Wertschätzung, Eindeutigkeit und Unmissverständlickeit erfüllt, zum anderen auch operative Anforderungen hinsichtlich der unterschiedlichen Sprachqualifikationen der Mitarbeiter sichergestellt werden. Erst auf Basis eines Unicode-Systems kann zudem die Nutzung von Java-basierten Anwendungen im Umfeld des SAP-Systems ohne Einschränkungen erfolgen. Des Weiteren schafft eine flächendeckende Unicode-Konvertierung eine einheitliche Sprachbasis in der gesamten Systemlandschaft.
Ab Release SAP ERP 6.0 unterstützt SAP Systeme, auf denen mehr als eine Länder-Codepage installiert ist, nicht mehr bzw. nicht mehr voll. Bei Trennung der Vorhaben Releasewechsel und Unicode-Umstellung bei derartigen MDMP-Systemen (Multi Display Multi Processing) verlangt SAP die Unterzeichnung eines Disclaimers. Unter dieser Konstellation und unter Berücksichtigung des hiermit verbundenen Haftungsauschlusses wird die Umstellung auf Unicode zur operativen Pflicht.
Definition der Ausgangslage
Die Handlungsstränge eines Upgrade- und/oder Unicodeprojektes ergeben sich aus der individuellen Ausgangslage des jeweiligen Anwenders. Grundsätzlich ist zu klären, ob der Upgrade auf ERP 6.0 rein technisch, d. h. als 1:1-Abbild des aktuellen Systems oder funktional, also inklusive der Nutzung von zusätzlichen Funktionalitäten erfolgen soll. Sollen fachliche Neuerungen im Zielrelease direkt mit dem Produktivgang bereitgestellt werden, müssen die fachlichen Analysen sowie gegebenenfalls die Migrationsstrategie vorab definiert und umfassend konzipiert werden. Markterhebungen zeigen, dass etwa 80 Prozent der SAP-Anwender für den Releasewechsel den Weg eines technischen Upgrades gehen und erweiterte Funktionalitäten dann in einem Folgeprojekt umsetzen.
Im Wesentlichen werden von SAP drei Verfahren für den Projektkontext „Upgrade und Unicode“ unterstützt: (1) Trennung der Vorhaben Upgrade und Unicode-Umstellung, (2) kombiniertes Verfahren (CU & UC) und (3) Twin-Verfahren (TU & UC). Die beiden letztgenannten Verfahren ermöglichen es, den Upgrade und die Unicode-Umstellung in einer so genannten „Downtime“ abzuwicklen, um das Maximum der Systemverfügbarkeit sicherzustellen. Die Umstellungsvarianten werden durch das Ausgangsrelease und die installierten Länder-Codepages vorgegeben.
Ausgehend vom Szenario eines technischen Releasewechsels auf ERP 6.0 mit einer Umstellung auf Unicode in einem MDMP-System ergeben sich unterschiedliche Projektinhalte: Im Fokus der Anwendungsentwicklung stehen zum einen die Anpassungen der Eigenentwicklungen auf die verschärften Syntaxanforderungen des neuen Releases und zum anderen das „Unicode-Enabling“ dieser Objekte. Als Konsequenz hieraus sind systemübergreifende Testaktivitäten der Fachabteilung unabdingbar. Für die Analyse der relevanten Objekte stellt SAP mit dem UCCHECK eine Standardfunktionalität zur Verfügung.
Der zweite Themenblock befasst sich mit der Unicode-Migration. In einem laufzeitintensiven Verfahren wird die komplette Datenbank des SAP-Systems nach Unicode exportiert und im Anschluss in das Zielsystem importiert. Bei „mehrsprachigen“ Systemen bilden die Vorarbeiten der Wortschatzpflege einen Schwerpunkt im Projekt. Hier wird – teils bis auf Zeichenebene – das Regelwerk definiert, über das die Unicode-Umstellung erfolgen muss. Eine Einbindung von „Native Speakern“ der Fachseite ist hier zwingend erforderlich.
Empfohlenes Vorgehen
und Nebenbedingungen
Wesentlich wird die Planung von der Verfügbarkeit der erforderlichen Ressourcen aus Systembetrieb, Anwendungsentwicklung und Fachbereich bestimmt. Parallele Vorhaben wirken sich ebenso aus, wie die akzeptable Dauer einer zwingend erforderlichen „Frozen Zone“. Werden im System Treasury-Funktionalitäten genutzt, so wird eine komplexe Migration auf das neue Release erforderlich, die nicht ohne eine umfassende fachliche Konzeptions- und Testphase darstellbar ist, da in diesem Umfeld die parallelen Bewertungsbereiche eingeführt werden. Die Notwendigkeit einer vorgelagerten Archivierung und Reorganisation ist unbedingt zu prüfen, um die Downtime der Systemumstellung zu minimieren.
In einem aktuellen Referenzprojekt (Upgrade und Unicode-Umstellung in einem MDMP-System) einer komplexen Systeminfrastruktur mit einer 1,8 TB Datenbank beträgt das Zeitfenster für die Echtumstellung unter Einsatz von downtime-optimierenden Maßnahmen, beispielsweise einer temporären Verdoppelung der Hardware und dem Splitten großer Tabellen, ohne Pufferzeiten bereits 88 Stunden. Hierfür ist ein Standardwochenende aber dann nicht mehr ausreichend.
Zur Einschätzung der technischen Laufzeiten beginnt das Projekt deshalb mit der Umstellung eines produktionsgleichen „Sandbox-Systems“. So können die Projektinhalte und -risiken in einer frühen Phase definiert und lokalisiert werden. Diese Indikation zu Projektumfang und Laufzeiten bildet die Ausgangslage des Vorhabens. Auf dieser Basis können dann gezielt wesentliche Projektanforderungen abgeleitet und umgesetzt werden. Hardware-Investitionen können rechtzeitig abgeschätzt und budgetiert werden (zusätzliche Hardware-Anforderungen aus Unicode: +30% CPU, +50% RAM, +35% Datenbankgröße bei UTF-8). Der kritische Pfad des Projekts wird zusätzlich durch eine Aufwandsbewertung zu den Themen Upgrade, Umstellung der Eigenentwicklungen und Schnittstellen, Umstellung des Wortschatzes unter Berücksichtigung der installierten Codepages/Datenbankstrukturen und Abgrenzungen bestimmt.
Sind die Inhalte abgegrenzt, muss für das Projekt eine temporäre Systemlandschaft bestehend aus Entwicklungs- sowie Abnahme- und Testumgebung aufgebaut werden. Für die komplette Systemlandschaft ist eine entsprechende Release- und Umstellungsplanung vorzusehen. In diesem Zusammenhang muss berücksichtigt werden, dass für die Dauer der Frozen Zone Weiterentwicklungen grundsätzlich einzustellen sind. Um diesen Zeitraum klein zu halten, ist es empfehlenswert, die Anpassungen an Eigenentwicklungen in temporären Systemen vorab zu testen, um sie dann im gesetzten Zeitrahmen nachzuziehen.
Für den Aufbau der Systemlandschaft sind Best-Practice-Lösungsansätze verfügbar. Grundsätzlich sind als Voraussetzung der Produktivsetzung umfassende fachliche Testaktivitäten vorzusehen. Im Falle einer Unicode-Umstellung steht hierbei jegliche Schnittstellenkommunikation im Fokus. Das Projekt fordert also die technische und fachliche Seite in gleichem Maße.
Quelle: www.ibm.com










