RAAD Studie
E-3 Magazin Oktober 2007, Seite 141, E-3 Extra
SAP hat die Wende geschafft!
Eine aktuelle Studie der RM Consult GmbH zeigt, dass viele bereits geplante Releasewechsel zu R/3 Release 4.7 nicht realisiert werden. R/3 V4.7 spielt bei den Zukunftsplanungen von IT-Leitern hinsichtlich einer ERP-Migration anscheinend keine Rolle mehr. Vielmehr wird gleich SAP ERP implementiert.
Im Sommer bis Herbst 2006 wurden von RM Consult 6283 IT-Angestellte zur Applikationslandschaft ihres Unternehmens und deren Veränderungen befragt. Die Ergebnisse dieser Befragung flossen in die IT-Marktstudie ein. Hinzu kamen im Frühjahr 2007 zusätzlich 3244 IT-Leiter von SAP-Bestandskunden, um die Ergebnisse für SAP-Themen zu aktualisieren. Es gibt wohl kaum eine umfassendere Studie über die aktuelle Situation im IT-Markt Deutschland. Getragen von den guten Konjunkturaussichten konnten die Unternehmen 2006 wesentlich größere IT-Budgetsteigerung (+4,2%) verzeichnen als in 2005 erwartet wurde. Die Erwartungen für 2007 liegen mit +1,3% für den Gesamtmarkt auf dem höchsten Niveau innerhalb der letzten vier Jahre. Für Anbieter kann ein sehr positives Geschäftsklima erwartet werden, da auch die Projektlage sehr gut ist. Dies gilt sowohl für den Mittelstand als auch für das Großkundensegment. Anwenderunternehmen können überfällige Investitionen anstoßen, sind aber nicht vom Kostendruck befreit. Beim Vergleich der Branchen fällt lediglich die öffentliche Hand mit Budgetkürzungen auf.
Die IT Agenda deutscher Unternehmen
Kunden gewinnen: Im Fokus der Unternehmen, die sich allgemein mit steigendem Wettbewerbsdruck auseinandersetzen müssen, steht die Gewinnung und die Bindung von Kunden. Dies muss IT-seitig unterstützt werden beispielsweise durch CRM-Systeme.
Papierloses Unternehmen: Die Industrialisierung des Backoffice ist in vollem Gang. Hier werden starke Einsparungen von den Unternehmen erwartet. Gleiches gilt für die Reorganisation. Das Thema Security gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Networks: Die Vernetzung von Wertschöpfungsketten innerhalb von Unternehmen, aber auch unternehmensübergreifend ist ein wichtiges Thema 2007.
Insgesamt lassen sich hohe Planungsquoten sowohl bei Non-SAP- als auch bei SAP-Anwendern feststellen, da in etwa 50% der befragten Unternehmen Investitionen in Softwareapplikationen vorgenommen werden. Im Vergleich haben SAP-Anwender eine etwas höhere Investitionsneigung. Branchen mit der höchsten Investitionsneigung in Software-Lösungen sind: Handel, Logistik, Maschinenbau & indust. Fertigung, Automotive, E- & High-Tech, Konsumgüterindustrie. In allen Branchen sind außerhalb der klassischen ERP-Komponenten FI und HR noch viele Anwender ohne Spezialsoftware wie BI, SCM, CRM usw. Die Top-Investitionsthemen sowohl bei Non-SAP- als auch bei SAP-Anwendern sind: CRM, DMS, Portale mit Planungsquoten von 15-20% der Unternehmen.
Viele Releasewechsel zu 4.7 wurden und werden nicht wie geplant realisiert. Dafür wurden zusätzlich SAP ERP Systeme implementiert. Auch in Zukunft wird kräftig modernisiert: Weitere 18% der SAP-Bestandskunden werden bis Ende 2008 ein SAP ERP System produktiv haben. R/3 4.7 spielt bei den Migrationsplanungen der IT-Leiter anscheinend keine Rolle mehr. SAP ERP hat sich als Zielplattform bei Migrationsentscheidungen durchgesetzt.
Quelle: www.raad.de










